LZA – SCHROTTPUNK STATT ELEKTROKUNST

LZA – SCHROTTPUNK STATT ELEKTROKUNST
(Wiewaldi-Tonträger)

Endlich hat sich mal wieder eine räudige Deutschpunk-Scheibe in meinen Stapel geschlichen. Da mir bereits die Demo-CD der Flensburger recht gut gefallen hat, bin ich nun auf das erste Studioalbum gespannt, für welches die Nordlichter das Karlsruher DiY-Label Wiewaldi-Records gewinnen konnten.

Meine frühere Befürchtung, dass sich die Band mit besserem Sound scheiße anhören könnte, haben sich nach erstem Hören glücklicher Weise nicht bestätigt. Denn man setzt auch weiterhin auf krachigen Sound, der aber eben etwas besser, voller und weniger kratzig daher kommt als die Demoaufnahmen, aber keineswegs glattgebügelt, sondern roh und ungeschliffen ist. Allerdings lassen sich die Instrumente besser differenzieren und auch der wechselnde männliche und weibliche Gesang ist besser zu verstehen. Das Motto ‘Schrottpunk statt Elektrokunst’ ist hier Programm und so schraddeln sich die nicht mehr ganz so jungen Punks durch dreizehn astreine Deutschpunk-Stücke, die meist recht kurz ausgefallen sind. Wenige Akkorde, dafür viel Wut und direkte Aussagen über Staat und Gesellschaft. Die Themen sind zwar etwas abgegriffen, meist aber zeitlos und dennoch mit aktuellem Bezug, wenn man mal von „Barschel und die Badewanne“ und dem Hausbesetzer-Lied „80er“ absieht. Da schweigt man dann doch eher in der Vergangenheit.

Viel hat sich nicht geändert bei LZA, was in diesem Fall äußerst positiv zu bewerten ist. Der etwas rumpelige, plakative und authentische Punkrock läuft mir nämlich ziemlich gut rein. Nur schade, dass nach gerade mal 23 Minuten alles schon wieder vorbei ist. Über 10 Minuten mehr hätte ich mich schon gefreut, aber man kann nicht alles haben. Treibender 80er-Jahre-Punk der zu gefallen weiß. Mirko

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