ELOSSA – REVOLUTION

ELOSSA – REVOLUTION
(Eigenproduktion)

Irgendwie erscheinen mir die Mitglieder dieser Band auf dem Coverbild, rein optisch gesehen, etwas seltsam,  so wie diese sich weidmännisch und gediegen im Jagdschuppen präsentieren. Das ist ELOSSA aus dem sächsischen Vogtland mit ihrem ersten, selbstgemachten Album. Etwas skeptisch war ich ja dann schon, nicht zuletzt als ich bemerkte, dass fast alle Songs eine Länge von über fünf bis siebeneinhalb Minuten aufweisen.

Aber die Skepsis war schnell verflogen. Die Band bietet eingängigen Rock/Hardrock mit Metal- und Punk-Einflüssen, der trotz der langen Lieder nicht langweilt. Man befindet sich meist im treibenden Midtempobereich, fährt aber auch mal einen Gang zurück. Dabei nimmt man sich die Zeit die eben nötig ist um sich entfalten zu können und das ist auch gut so. Denn dadurch sind einige hymnenhafte und ausdrucksstarke Songs entstanden, die einen gefangen nehmen können. Dazu kritische und nachdenkliche, deutschsprachige Texte, die wie in „Kein Weg“ und „Aufrecht“ manchmal allerdings vielleicht etwas arg pathetisch ausgefallen sind. In „Revolution“ wagt man auch einen gelungenen Ausflug in den politischen Bereich. Besonders gefällt mir aber der Gesang, beziehungsweise die Stimme, die ständig zwischen klar, rau, roh und derbe grölend wechselt. In ruhigeren Momenten erinnert diese dabei an den alten Hosen-Campino, allerdings um einiges kräftiger und druckvoller. Das hat wirklich Power, was vor allem im episch-genialen Stück „Fackeln“ zur Geltung kommt. Dazu teils stampfende Rhythmen, das ein oder andere Gitarren-Solo und melodiöse, emotionale Passagen. Ja das passt, würde ich mal so sagen.

Eigentlich könnte man bei dieser Scheibe ja fast auch das verruchte Wort ‘Deutschrock’ verwenden, dies würde der Band aber nicht gerecht und diese wohl auch in ein falsches Licht rücken. Denn mit den einschlägigen Bands hat man doch so gar nichts am Hut. Und der musikalische Ideenreichtum hebt ELOSSA sowieso meilenweit vom Bodensatz teutonischer Rockkultur ab. Vom Cover sollte man sich also keinesfalls abschrecken lassen und auch ich bin überrascht, dass mir die Scheibe so gut gefällt. Mirko

http://elossa-band.de