OIRO – METEORITEN DER GROSSEN IDEE

OIRO – METEORITEN DER GROSSEN IDEE
(Flight 13)

Anders als viele Fanziner oder Blogger (wie man modernerweise Macher von E-Zines nennt)  versuche ich Mucke, die nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht, nicht einfach zu verreißen, sondern zumindest zu analysieren. Los geht’s. Es handelt sich hier um den 3. Longplayer von OIRO, der Band mit dem antioriginellen wie irreführenden Namen, die laut Presseinfo versehentlich so gut geworden ist und bisher an mir völlig vorbei ging. Gut liegt allerdings im Ohr des Betrachters bzw. Zuhörers.

Ich habe 3 Duschgänge (ja Duschen, kein Druckfehler, ich höre zu besprechende CDs immer erst im Bad, habe ja schließlich extra nen Lautsprecher in der Dusche) gebraucht, bis ich die CD einmal ganz durchgehört habe und werde sie mir mit Sicherheit kein zweites Mal anhören. OIRO versuchen nämlich krampfhaft jeden Anflug von melodischen Songstrukturen zu vermeiden. Gemischt mit dem Sprechgesang, der ein wenig an DACKELBLUT erinnert, jedoch ohne Jensens Rotz in der Stimme, ergibt sich hier eine sehr schräge bis sperrige Musik. Leider auch sehr eintönig, da in fast jedem Lied die gleichen zwei schrägen Akkorde vorkommen. Einzuordnen ist das ganz auf Grund der poetischen bis sozialkritischen (Zirkus Europa), sowie persönlichen und auf jeden Fall super Texte in der Schlaupunk/Indie Liga, wo sie sich im sicheren Mittelfeld um Genossen wie VERBRANNTE ERDE oder HI TERESKA bewegen, ohne an den Champions-Leage Plätzen zu kratzen, wo sich unter anderem LOVE A festgebissen haben.

Dort werden sie mit Sicherheit auch ihre Fans finden bzw. sicher auch schon haben. Ein weiterer Minuspunkt für mich ist der langsame, höchstens mal ins Midtempo abdriftende sowie größtenteils un- bis wenig verzerrte Gitarrensound. „Aber warum sind OIRO denn nun aus Versehen so gut geworden, werden Sie sich fragen?! Weil sie dem Untergang keinerlei Bedeutung geschenkt haben. Niemals. Hören Sie sich das mal an!“ (um noch mal aus dem Pressetext von Rookie zu zitieren). Chris de Barg

www.mofapunks.de