MIRACLES – MOTELS

MIRACLES – MOTELS
(Music Mansion Records)

Kennt ihr noch die kanadische Punk-Band THE SAINTE CATHERINES? Bei einigen klingelt es vielleicht, bei anderen nicht. Jedenfalls sind hier die beiden Hauptmitglieder Hugo Mudie und Fred Jacues mit ihrer Nachfolgeband am Start. Ganz, ganz andere Schiene und kaum vorstellbar, dass die Jungs ne´ Crustpunk-Vergangenheit haben – aber nicht jede/r möchte ewig dieselben musikalischen Pfade latschen.

Hugo Mudie und Fred Jacues betreten zwar keine neuen, aber für sich andere Wege. Mit einer Mischung aus Indie-Pop, Country und Folk wird sich durch 12 Songs geschunkelt. Die Umschreibung “schunkeln“ soll hier aber nicht für Langeweile, sondern mehr für “ruhigere Töne“ stehen. In bester Liedermacher-Manier werden Akustik-Gitarre oder Mundharmonika zum Einsatz gebracht, aber auch elektrisch Verstärktes oder Schlagwerkzeug bleibt nicht unbenutzt. Leider versteh ich die Texte nicht, weil das komplette Album in französischer Sprache vorgetragen wird. Ist zwar meine eigene Schuld (ich hätte ja damals Französisch lernen können), aber ich werte das mal als Minuspunkt, weil die Band ja wenigstens englische Übersetzungen hätte anhängen können. Ich habe bei Songtexten halt immer das Bedürfnis, halbwegs mit ihnen einher gehen zu können. Aber dazu muss ich sie halt verstehen.

Altbekannte Melodien entdeckt der aufmerksame und geschulte Hörer aber trotz Sprachbarriere. “Always On My Mind“ oder ”Dirty Old Town“ sind, waren und bleiben Welthits. Warum ein Großteil der Bilder im Booklet aber aus Damen besteht, die knapp bekleidet auf Betten oder woanders rumlümmeln, erschließt sich mir nicht so ganz, aber irgendwer wird sich schon irgendwas dabei gedacht haben. Ich denke da soll sich der Kreis zum Albumtitel in irgendeiner Form schließen. Das Album lässt sich trotz überwiegend gemütlicher Töne erstaunlich gut hören und hat mit “Quand Je Tombe“ (im Duett mit Mara Tremblay) einen der sympathischsten Pop-Songs an Bord, die ich in letzter Zeit gehört habe. Bei nächsten Mal aber bitte mit Übersetzungen, danke. Steff

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