BERND WAND – VOM GANZEN NICHTS HALBES

BERND WAND – VOM GANZEN NICHTS HALBES
(Eigenproduktion)

Hier handelt es sich wider ersten Vermutungen nicht um eine Solo-CD eines Mitgliedes der fiktiven Elektroband FRAKTUS, sondern um eine fünfköpfige Punkband aus Bremen, die sechs abwechslungsreiche und stilistisch recht unterschiedliche Punkrockstücke abliefert. Im Gegensatz dazu ist die Aufmachung etwas schlicht und minimalistisch ausgefallen, wodurch man sich aber voll und ganz auf die musikalische Darbietung konzentrieren kann.

Offensichtlich existiert die Band schon seit mehreren Jahren, konnte bisher aber nicht bis zu meinen Ohren durchdringen. Auch meine Suche nach bisherigen Tonträgern blieb erfolglos, was ich etwas verwunderlich finde, denn die Band hat einiges Potential und zeigt dies auch mit den wenigen Liedern, die auf diese Scheibe gebannt wurden. Man startet mit einer flotten Rock’n'Roll-Nummer, bei der auch ein Piano zum Einsatz kommt. Weiter geht es dann mit noch flotterem, melodiösem Deutschpunk, diesmal angereichert mit einem Membranophon. Danach tritt man ein wenig auf die Bremse und präsentiert einen poppigen Punksong mit leicht melancholischem Einschlag. Es folgt ein weiterer Deutschpunksong, eine Piratenhymne sowie ein weiterer Poppunktrack, dessen Titel „Foi!erpoi!s“ eigentlich eher eine Oi!-Hymne erwarten lassen würde. Dabei ist BERND WAND in allen Bereichen stilsicher und musikalisch ausgereift. Daraus resultiert, dass man hier von Anfang bis zum Schluss mit erfreulich frischen, treibenden Liedern verwöhnt wird, denen die Spielfreude deutlich anzuhören ist.

Schade, dass man hier nur sechs Stücke zu hören bekommt, denn das was geboten wird, schreit förmlich nach mehr. Nie langweilig, eingängig und mit schönen Arrangements versehen bekommt man einen bunten Cocktail an lebensfrohem Punkrock mit Blick über den Tellerrand vorgesetzt, der vorzüglich mundet. Mirko

www.berndwand.com