VICTORIAN HALLS – HYPERALGESIA

VICTORIAN HALLS – HYPERALGESIA
(Victory Music)

Und wieder so eine Scheibe, bei der ich nicht so recht weiß, warum die hier gelandet ist. Denn mit Punk hat der Sound den die US-Amerikaner spielen nicht das Geringste zu tun. Schon das Cover hat mich stutzig gemacht und irgendwie an die alten ROXY MUSIC Schieben im Plattenschrank meines Vaters erinnert. Aber mit dieser Art Musik hat die Band mindestens genau so wenig am Hut.

Als erster Vergleich fallen mir beim Hören gleich die Prog-Rocker von MUSE ein, denn der Sound erinnert doch stark an den der Briten. Allerdings nicht ganz so vertrackt und experimentierfreudig, dafür aber etwas eingängiger und stellenweise auch poppiger. Vom Stil her ansonsten aber doch recht ähnlich. Dies schließt mit ein, dass die VICTORIAN HALLS unüberhörbare Kompetenz an den Instrumenten besitzt und sich im Songwriting ideen- und abwechslungsreich zeigen. Die musikalische Qualität kann man der Band beim besten Willen nicht absprechen. Nun bedeutet das ja aber nicht, dass das Werk auch gefallen muss. Nach mehrmaligem Hören kristallisieren sich aber dann doch ein paar Lieder heraus, die sich auch für mich als durchaus hörbar erweisen. Natürlich ist dies aber auch stimmungsabhängig. Allerdings schaffen es die Amis auch ziemlich gut, Stimmungen zu erzeugen und zu transportieren, so dass manch Song nicht nur er- sondern auch zuträglich wird.

Dennoch ist das nicht gerade die Art von Musik, die ich mir so rein ziehe und ich kann auch mit den meisten Songs auf dieser Scheibe nicht wirklich viel anfangen. Aber ein hohes Maß an musikalischem Verständnis und dadurch einen gehobenen Anspruch kann man der CD zweifelsfrei attestieren. Und so wird die Scheibe in der Indie-/Alternativ-Ecke bestimmt auch Ihre Freunde finden; Und das wohl auch zu recht. Meine Tasse Tee ist das aber eben nicht wirklich. Mirko

www.victorianhalls.com