THE HUNTERS – ART ELECTRIC

THE HUNTERS – ART ELECTRIC
(Coffebreath and Heartache)

Und schon wieder eine Band, die von sich behauptet Punk Rock zu spielen. Das sind THE HUNTERS aus Kanada. Aber auch hier kann ich diese Selbsteinschätzung bzw. das, was auf dem Infozettel geschrieben steht, so nicht unterschreiben. Jeder hat ja seine ganz eigenen Vorstellungen von Punk, aber der Zusatz Rock impliziert schon, dass es sich um eine ganz bestimmte Musikrichtung handelt. Dafür gibt’s ja schließlich Schubladen, oder?

Ja gut, man geht auch mit den Stilrichtungen Folk und Rock’n'Roll hausieren, aber für mich ist das dann doch stinknormaler Indie-Rock, den die Jäger aus Übersee auf ihrem bereits dritten Album präsentieren. Oft emotional und nachdenklich kommen die dreizehn Songs daher und bewegen sich doch meist in recht poppig-rockigen Gefilden. Und obgleich auch die ein oder andere etwas härtere Passage zu vernehmen ist, kann man auch nicht gerade von „raw power“ sprechen, so wie es ebenfalls im Beipackzettel heißt. Solide ist das allerdings schon, was man zu hören bekommt und auch gut durchdacht und arrangiert. Daran besteht kaum ein Zweifel. Und Ihre Instrumente beherrschen die Herren auch. Dennoch erscheinen mir die Songs recht gewöhnlich und versetzen mich nicht wirklich in Ekstase. So was kann man sich mal anhören, hinterlässt bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Zudem setzt man auch stilistisch keine neuen Akzente. Indie-Rock eben, wie man ihn kennt. Textlich oft persönlich, nachdenklich und reflektierend, aber ebenfalls nicht wirklich spektakulär.

Mit „Art Electric“ hat die Band somit ein bodenständiges Rockalbum abgeliefert, welches weder den Untergrund erforscht noch mit Volldampf voraus geht, sondern sich am gediegenen Mainstream orientiert. Handwerklich gesehen gibt’s da eigentlich nicht viel auszusetzen, meine Baustelle ist das aber nicht wirklich. Mirko

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