PUNKROCK! #23

PUNKROCK! #23
(Huber Verlag)

Oha, schon die Nummer 23 des PUNKROCK! ist erschienen und ich hab mir wirklich noch keine Ausgabe reingezogen. Also bei ‘nem Kumpel mal reingeschaut und die Reviews und das Beruferaten hab ich schon ab und an mal gelesen, aber das Heft so richtig eigentlich noch nicht. Also ist es nun soweit, dass ich mal genauer in das Teil reinschaue und meine Eindrücke schildere.

Rein optisch ist das ja schon so ‘ne Art Hochglanzmagazin. Auch vom Layout her: großzügig und übersichtlich, alles klar strukturiert und unterteilt usw. Alles was halt so’n professionelles Musikmagazin ausmacht. Ob das noch Punk ist, soll aber hier erst mal nicht gefragt werden. Da soll sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Hauptsächlich finden in dem Heft Bandvorstellungen, Interviews und Plattenkritiken Platz. Aber auch soziale und politische Themen werden angeschnitten. Dann halt noch News , Kolumnen und das ganze Zeug drum herum. Bei der Bandauswahl handelt es sich meist um bekannte Acts wie in diesem Falle AGNOSTIC FRONT, MILLENCOLIN, die unsäglichen ITCHY POOPZKIDS, THE REAL McKENZIES, ABFUKK oder ALARMSIGNAL um nur einige zu nennen. Man legt sich also im Stil nicht fest und schaut auch mal über den Tellerrand hinaus. Und das finde ich gar nicht schlecht. Etwas betrüblich allerdings, dass sowohl Interviews als auch Berichte zuweilen recht oberflächlich gehalten sind und selten der Finger in irgendeine Wunde gelegt wird.  Unterhaltsam sind die Berichte dennoch und laden ein, zu dem ein oder anderen Thema selbst etwas zu recherchieren. Etwas übel aufgestoßen ist mir dagegen die Kolumne von K.W.Rath, der sich hier zum Thema Impfgegner äußert. Diese pauschal als esoterische Verschwörungstheoretiker darzustellen und ihnen Ablehnung der Moderne und von Aufklärung vorzuwerfen ist mir doch etwas zu viel des Guten. Sollte dass Satire sein? Hatte nicht das Gefühl, und falls doch, dann war’s echt schlechte.

Die Mischung des Magazins ist doch sehr ausgewogen und umfasst ein breites Spektrum und ist einfach zu lesen. Keine komplizierten Sätze aber auch nicht mit besonderem Tiefgang. Für meinen Geschmack vielleicht auch ein bisschen zu brav. Aber das sind wohl auch die Kompromisse, die man eingehen muss, wenn man bei einem kommerziellen Verlag veröffentlicht. Als Stammleser kann mich das PUNKROCK! sicher nicht gewinnen, aber mal des Öfteren reinschauen werde ich bestimmt, denn kurzweilig und unterhaltsam ist es ja schon. Mirko

www.punkrock-fanzine.de