MY DEFENSE – NO PLACE LIKE HOME

MY DEFENSE – NO PLACE LIKE HOME
(Horror Business / Raincheck Records)

Bereits ein paar Monate ist es her, dass die neue Scheibe von MY DEFENSE veröffentlicht wurde. Nun ist das gute Stück auch bei mir auf dem Tisch gelandet. Die letzte Platte, eine EP mit 12 recht kurzen Songs, hat mir ja ziemlich gut gefallen und darum bin ich gespannt, ob die Kölner mit dieser LP an die Qualität des Vorgängers anschließen können.

Erfreulicher Weise ist dies auch der Fall, obwohl der erste Song vielleicht doch etwas bemüht klingt. Nach dem Opener wird das Tempo dann aber merklich angezogen. Allerdings schleichen sich immer wieder stampfende und etwas getragenere Parts mit ein, die den treibenden Sound recht abwechslungsreich gestalten. Wirkliche Innovation ist dabei natürlich nicht zu erwarten, denn MY DENFENSE bewegt sich innerhalb der festgesetzten Regeln, oder vielleicht besser ausgedrückt, das was man erwartet von einer HC-Punk-Band zu hören. Aggressive, raue Songs mit Vorwärtsdrang, musikalisch ausgereift und somit auch nicht eintönig, sondern dazu anregend, sich richtig auszutoben und die Sau raus zu lassen. Und das macht das Quintett ausgezeichnet. Auch musikalisch zeigt man sich kompetent, ohne dabei zu extravagant zu werden. Der Blick ist stets nach vorn gerichtet und so bleibt kaum eine Atempause. Dabei sind diesmal manche Songs auch etwas länger geraten als ich es von der Band bisher gewohnt war und so knackt man das ein oder andere Mal die Drei-Minuten-Marke. Die Texte sind meist kritischer Natur, sprechen sowohl aktuelle als auch zeitlose Themen an, aber auch persönliches findet seinen Platz. Wie bereits in der Vergangenheit befinden sich auch wieder ein paar Texte (zwei, um genau zu sein) in griechischer Sprache auf der Scheibe, die auch in griechischer Schrift abgedruckt wurden und damit das Verständnis meinerseits nicht gerade erleichtern. Die Titel „Rutina“ und „Mad TV“ deuten allerdings klar darauf hin, was in diesen Songs angesprochen wird.

MY DEFENSE gehen konsequent und unbeirrt ihren Weg und legen mit „No place like home“ eine traditionelle Hardcore-Scheibe vor, die auf Experimente verzichtet, schnörkellos daher kommt und auch deshalb wirklich gut rein knallt. So können die Jungs von mir aus gerne weitermachen. Mirko

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