MIGRE LE TIGRE – WHERE DID MOM AND DAD GO SO WRONG?

MIGRE LE TIGRE – WHERE DID MOM AND DAD GO SO WRONG?
(Schall & Rauch Platten)

Hinter dem seltsamen Namen diese Projektes, welches mir bis dato nicht bekannt war, verbirgt sich der ehemalige Gitarrist der mittlerweile aufgelösten österreichischen Punkband RENTOKILL, der eigentlich Rüfi genannt wird und aus der Schweiz stammt. Nach der Auflösung der Band startete Rüfi dieses Soloprojekt, mit dem er bereits ein Album veröffentlichte und schiebt nun diese EP mit vier Liedern nach.

Nun ja, eigentlich sind’s eher drei Songs, die Rüfi in bester Liedermacher-Manier, nur mit Akustikgitarre, zum Besten gibt. Denn das erste, dreißig-sekündige Stück könnte man auch gut als Intro werten. Wer bei dem Begriff Liedermacher jetzt an Musik im Stile von YOK/QUETSCHENPAUA oder FIDL KUNTERBUND denkt, liegt hier komplett falsch. Denn die Musik von MIGRE LE TIGRE orientiert sich stark am Rock. Zudem sind die Texte in englischer Sprache verfasst und weniger in der politisierten Ecke zu verorten. Es stehen zwar kritische Themen im Vordergrund, die aber auf persönliche und reflektierte Weise vorgetragen werden. Eingespielt wurden zwei sich gut ergänzende Gitarren und vom technischen Standpunk her gesehen kann man schon von gehobenem Spielvermögen sprechen. Ergänzt wird das alles von einem, teils mehrstimmigen, Gesang, der sehr ausdrucksstark und leidenschaftlich daher kommt.

Mit diesem Projekt und auch auf dieser Scheibe zeigt Rüfi also, dass Liedermacher – vielleicht trifft es hier ja der Anglizismus ‘Singer-/Songwriter’ besser – nicht nur mit politischem Anspruch und der linken Autonomen-Szene in Verbindung zu bringen sind, sondern es ruhig auch mal rockig und unbeschwert zu gehen darf. Und das was bei MIGRE LE TIGRE dabei entsteht, kann ich nur empfehlen.

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