DRITTE WAHL + THANHEISER (18.04.2015 Stuttgart, Universum)

DRITTE WAHL + THANHEISER (18.04.2015 Stuttgart, Universum)

Fast 10 Jahre ist es her, dass ich DRITTE WAHL das letzte Mal live gesehen habe. Anno 2006 beim Force Attack war das. Also hab ich mich entschlossen, die Band mal wieder anzuschauen und zudem die Rostocker nicht auf ‘ner Festivalbühne sondern, bei ‘nem kleineren Clubkonzert zu erleben. Als Support war eine weitere Band aus dem hohen Norden, nämlich COR angekündigt. Bisher ist die Band an mir irgendwie vorüber gegangen und eigentlich kenne so gut wie keinen Song der Band. Da es zu den Rügenern ja ziemlich unterschiedliche Meinungen gibt, war das also eine ganz gute Gelegenheit, sich mal ein eigenes Bild der Band zu machen. Als dritte im Bunde waren dann noch THANHEISER aus dem Schwarzwald angereist um als Opener zu fungieren.

Da bereits ab 23:00 Uhr die Aftershow-Party angesagt war, starteten THANHEISER ziemlich früh. Früher als erwartet sogar. Eigentlich sollte das Konzert um 20:00 Uhr beginnen aber die vier Jungs und Ihre Schlagzeugerin starteten bereits 15 Minuten vorher. Dennoch waren schon einige Leute am Start und nach einer viertel Stunde war das Universum erstaunlicher Weise schon relativ gut gefüllt. Mir persönlich ist die Mucke von THANHEISER ja etwas zu soft und poppig, aber vor allem die jungen Iro-Punks fahren wohl darauf ab und so entwickelte sich direkt vor der Bühne schnell ein kleines aber feines Pogo-Geschubse. Der Sound war ausgezeichnet, die Band legte sich richtig ins Zeug und hatte auch sichtlich Spaß an Ihrer Performance. Somit kann ich THANHEISER auch einen gelungenen und vom Publikum verdienter Weise auch angemessen gewürdigten Auftritt zusprechen, der immerhin nach 45 Minuten beendet war.


Zu meiner Enttäuschung konnte ich mir dann leider doch kein Bild von COR machen, denn deren Sänger musste wegen einer akuten Stimmbandentzündung ins Krankenhaus, weshalb deren Auftritt abgesagt wurde. Somit enterten DRITTE WAHL nach einer kurzen Umbaupause bereits kurz vor 21:00 Uhr die Bühne. Mitgebracht hatten Sie auch ihren neuen Keyboarder, der aber auch ab und an zur zweiten Gitarre griff und Gunnar bei dem ein oder anderen Song unterstützte. Das Keyboard finde ich allerdings bei vielen Songs überflüssig, die zweite Gitarre dagegen recht gut, denn dadurch flacht der Sound bei den Solo-Parts nicht so sehr ab, wie es so oft bei Bands mit nur einer Klampfe ist. Vom ersten Ton an ging es in den ersten Reihen richtig ab, während sich die älteren Semester des sehr gemischten Publikums eher mit Fußwippen oder leichtem Schwoofen begnügten und sich in den hinteren Reihen einsortierten. Eng war es dennoch überall und so floss auch bald der Schweiß in Strömen. Das Programm von DRITTE WAHL kann man als ziemlich ausgewogen bezeichnen. Es gab Songs aus allen Schaffensphasen, die immerhin fast dreißig Jahre umfassen. Alte Hits kamen dabei genauso zum Zuge wie neuere Stücke und natürlich auch einige Songs der aktuellen Scheibe „Geblitzdingst“. Passend dazu hatte man zwei Lichtsäulen auf der Bühne platziert, die ab und an mit dem Publikum selbiges machte. Zudem kam des Öfteren die Nebelmaschine zu ihrem intensivem Einsatz. Vom Tempo her war die Darbietung ebenso abwechslungsreich und so konnte man (Publikum und Band) immer mal wieder ein wenig durch schnaufen. Nichts desto trotz war der Aufenthalt in Bühnennähe sehr schweißtreibend. Der Sound war ebenfalls ausgezeichnet, während sich die Musikanten in bester Spiellaune zeigten und trotz der aufgestellten Absperrung immer wieder sehr nah am Publikum waren. Auch wenn sich Gunnar das ein oder andere Mal bei den Soli etwas verzettelte, war’s musikalisch doch überzeugend. Durch den Ausfall von COR wurde der Auftritt erfreulicher Weise etwas ausgedehnt, so dass DRITTE WAHL erst nach fast zwei Stunden und mehreren Zugaben die Bühne ver- und ein ausgelaugtes, zufriedenes Publikum zurückließen. Was ich jedoch mal wieder bemängeln muss, sind die gesalzenen Preise, denn im Uni kann man doch einiges an Kohle liegen lassen. Nicht nur, dass der Eintritt von 18 € schon recht hoch (aber in der Location durchaus normal) ist, so zahlt man für’n kleines Bierchen satte € 3,20 und bei ‘ner kleinen Cola (0,25l) is man mit 2,80 dabei. Da verkneif ich mir den Konsum doch lieber!


Auch nach fast 30 Jahren haben DRITTE WAHL immer noch Pfeffer im Arsch und das Universum wirklich gerockt. Zudem haben THANHEISER als Anheizer zu früher Stunde eine gute Vorstellung abgegeben. Somit kann man von einem durchaus gelungenen Konzertabend sprechen, bei dem jeder DRITTE WAHL Fan voll auf seine Kosten gekommen ist. Mirko

www.thanheiser.net
www.dritte-wahl.de