KRANK – FREISPRUCH

KRANK – FREISPRUCH
(Snayle Records)

Lang ist’s her, dass ich was von KRANK gehört hab und irgendwie hab ich das als nicht ganz so toll in Erinnerung. Auch live habe ich die Band vor etlichen Jahren mal gesehen und auch da konnte mich die Band nicht so recht überzeugen. Nun haben die vier Schweizer Ihren dritten Longplayer veröffentlicht und ich wage mich ohne irgendwelche Erwartungen an die Scheibe.

Der erste Song bestätigt dann auch gleich meine damalige Wahrnehmung. Denn zu hören gibt es einfachen 08/15-Deutschpunk mit einem Hauch Sentimentalität. Das ändert sich aber schlagartig mit Lied Nummer zwei. Die Stimme wird rauer, kratziger und schreiender. Aber auch musikalisch nimmt man Fahrt auf. Das was nach dem Epilog folgt ist also nicht nur gut goutierbarer Punkrock, sondern sogar sehr ansehnlich. Dazu gibt es dann auch wirklich gute, intelligente Texte, die meist auch mit einem Augenzwinkern versehen sind. Mit „Die Absolution des K.F. Schmidt“, „Laster“, „Punkpolizei“ und „I paid my price for freedom“ finden sich dann auch einige wirkliche Hits auf der Scheibe. Aber auch die restlichen Songs können überzeugen, so dass die 08/15 hier ganz schnell wieder vergessen ist. Hätte ich nach dem Start nicht unbedingt erwartet, aber irgendwie zieht der unprätentiöse Deutschpunk von KRANK einen dann doch ganz schnell in seinen Bann.

Nach einem ziemlich schwachen Start zünden KRANK ihren Turbo-Boost und bieten entgegen meinen Befürchtungen ziemlich coolen, lässigen Punkrock, der über den Dingen steht und sich wenig um Konventionen schert. Treibend, melodiös und mit viel Enthusiasmus vorgetragen, hat mich die Scheibe somit mehr als positiv überrascht. Mirko

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