STUMFOL – PARETO

STUMFOL – PARETO
(Fond of Life / Homebound Records)

Christian Stumfol ist beheimatet in der oberschwäbischen Stadt in der meine Schwester studiert und – noch viel wichtiger – dort wo alljährlich der weltweit einzigartige Blutritt stattfindet. Mit beidem hat der Musikus allerdings recht wenig zu tun und anders herum wohl auch nicht. Als Einleitung fand ich’s aber einfach ganz nett.

Dies ist das zweite Album von Stumfol, der nicht einfach als Liedermacher gesehen werden sollte, sondern als Songwriter. Ja wo ist denn da der Unterschied, mag man sich fragen. Dieser liegt ganz einfach darin, dass man den Liedermacher gerne als Künstler sieht, der seine Songs alleine mit seiner Gitarre vorträgt. STUMPFOL hat aber auch eine Band am Start, die die Songs in einem dementsprechend volleren musikalischen Rahmen bietet. Ist es der Anglizismus, der hier ins Gewicht fällt? Keine Ahnung! Schließlich sind ja einige Lieder zu hören, die auch nur von der Gitarre begleitet werden. Der Sound ist dagegen internationaler. Und das liegt nicht nur daran, dass die Texte in englischer Sprache verfasst sind. So stehen hier unüberhörbar Folk- und Country-Einflüsse im Vordergrund, die nicht ganz so bieder anmuten wie die Melodien deutschsprachiger Barden. Ganz im Gegenteil. Auch steht weniger der politische Gedanke als eher der persönliche Umgang mit gegebenen Situationen im Fokus. Da kann es schon auch mal etwas emotionaler werden. Und STUMFOL bringt dies so gut rüber, dass man kaum glauben mag, dass so jemand aus der erzkonservativen schwäbischen Provinz stammen kann. Leider hören sich einige Songs auf dieser Scheibe dann aber doch recht ähnlich an und so manches Mal spielt für mich etwas zu viel Melancholie mit.

Ja, mit Punkrock hat das nicht viel zu tun. Trotzdem gefällt mir die Attitüde. Auf Dauer vielleicht etwas eintönig, aber als gediegene Hintergrundmusik oder als Stimmungsmacher in der Kneipe bei ein paar Bieren ist diese Scheibe bestimmt keine falsche Wahl. Mirko

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