51 GRAD – TAGEBUCHEINTRÄGE EINES CLOWNS

51 GRAD – TAGEBUCHEINTRÄGE EINES CLOWNS
(Eigenproduktion)

Die „Tagebucheinträge“ die 51 GRAD aus Halle/Saale hier veröffentlichen sind bereits das vierte Album der Band. Dennoch kannte ich Band bisher nur vom Namen nach und habe bisher noch nix von Ihnen gehört. Das soll sich nun ändern. Und so wandert die CD völlig ohne Erwartungen, dafür mit viel Schwung in den Player.

Und dieser Schwung kommt dann auch aus den Boxen. 51 GRAD spielen Deutschpunk mit leichtem Oi!-Einschlag, allerdings sollte man hier die für diese Schubladen vorherrschenden Klischees schnell beiseiteschieben. Hier gibt es kein Ufta-Ufta, kein Geprolle, keine Phrasen und auch keine aufgesetzten Polit-Parolen, sondern ehrlichen, bodenständigen Punkrock. Die Songs sind oft im Midtempo-Bereich angelegt, können aber auch mal schneller werden oder beinhalten Einflüsse artverwandter Musikstile. Dabei setzt man ebenso auf Melodie als auch auf Stellen, die zum mitgrölen einladen. Musikalisch ist das ausgereift, mit einer prägnanten Gitarrenarbeit versehen und geht gut nach vorne ab. Dazu ist der Sound auch noch wirklich gut produziert, wirkt aber dennoch roh und ungeschliffen. In den Texten herrscht dabei das Persönliche vor. Man besingt sich selbst, den Alkohol, die DiY-Attitüde, den Lifestyle und beschäftigt sich mit der eigenen Lebenserfahrung, allerdings ohne auf Kritik an so manchem Lebensumstand zu verzichten. Auch wenn man es auf den ersten Blick manchmal meinen könnte, ist man bei genauerem Zuhören weit von Plakativität entfernt und kann deshalb auch textlich überzeugen. Gut, mit dem etwas sentimentalen Stück „Zuviel gelebt“ kann ich jetzt nicht so viel Anfangen, aber was soll’s. Mit einem Ausfall kann man doch sehr gut leben.

Mit ihrem vierten Album ist 51 GRAD, wie ich finde, ein überzeugendes Album gelungen, so dass ich mir auf jeden Fall auch mal ältere Sachen der Band anhören werde. Man liegt deutlich über dem Durchschnitt dessen, was man sonst so alles aus diesem Genre zu hören bekommt und das sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Zudem kommt das Gehörte auch noch sehr authentisch rüber. Klasse CD. Mirko

www.51-grad.de