ZAUNPFAHL – IN ZEITEN LEERER KASSEN

ZAUNPFAHL – IN ZEITEN LEERER KASSEN
(Puke Music)

Album-Veröffentlichung und Bemusterung lagen in diesem Fall zwar gute fünf Monate auseinander, aber „scheiß drauf“ wird sich der frühe Vogel gedacht haben… „komm ich heut nicht, komm ich morgen“. Auf jeden Fall liegt er noch im Jubiläumsrahmen, denn genau zwei Jahrzehnte liegt die Geburtsstunde der ZAUNPFÄHLE jetzt zurück. Deshalb erst mal Glückwunsch zum 20.ten Jubiläum. Mit „In Zeiten leerer Kassen“ wird auch die Zwangs-Durststrecke von fünf albumlosen Jahren beendet.

Die längste Studiozeit in der Geschichte der Pfähle ist vernehmbar. Die Songs präsentieren sich ideenreich und von vielen Seiten – schnell, langsam, hart, weich, lustig, ernst. Beim Songwriting wurde streng darauf geachtet, dass sie sich schnell einprägen und dadurch auch gut und zügig mitgesungen/gesummt/geschrien werden können. Viele drücken der Band ganz gerne mal den Fun-Punk Stempel auf, was nicht gänzlich verkehrt ist, aber wenn Fun-Punk, dann nur, weil sie viele brisante Thematiken mit Witz durchleuchten. Hinter der Ironie befindet sich nämlich meistens ein ernster Hintergrund.

Gut rein laufen z.B. der Opener „Überwacher“, der mit kleinen Wortspielchen die Überwachungsorgane auf´s Korn nimmt oder auch das darauffolgende „Punkrockversoicht“. Für alle, die es nicht durchgängig hastig mögen, kehrt mit Balladen der Sorte „Angst vor dem Moment“ (was stark an DRITTE WAHL erinnert) zwischenzeitliche Ruhe ein. Einzig beim Layout ist, praktisch wie bei vorausgegangenen ZAUNPFAHL Alben, Luft nach oben. Nix gegen simple und schlichte Cover und Aufmachungen, aber da könnte generell mehr gehen. Das Innere, oder sagen wir der Kern, hat Deutschpunk-Klasse und tritt wohltönend als bestes Album aus dem Hause ZAUNPFAHL auf. Spike

www.zaunpfahl.de