ICHSUCHT – TRISTESSE

ICHSUCHT – TRISTESSE
(Riot Bike Records)

Als 2012 die “Stadtkind“ von ICHSUCHT erschien (die zugleich auch die erste Veröffentlichung von Riot Bike Records war), war nicht nur ich hellauf von dieser Aussagekraft begeistert, vor der diese 6-Song Platte förmlich strotzte. Nicht ganz zwei Jahre später erscheint nun der erste Longplayer der Hamburger Polit-Punkband.

Wie gewohnt richten ICHSUCHT ihren Blick auf die Gesellschaft sehr kritisch aus und verarbeiten diverse Umstände, Erlebnisse, Gefühle und Gedanken zu kompromisslosen Texten, die allerdings ohne die typischen Parolen auskommen und aus persönlicher Sicht versuchen, die Augen für gesellschaftliche Missstände zu erweitern. Und da diese auch vor Teilen der Punkszene nicht halt machen, hagelt es auch diesbezüglich und völlig zu recht notwendige Ansagen. Sängerin Anni verleiht den Songs mit ihrer angerauten und schönen Stimme Ausdruck und hat dabei in vielen Passagen saftige Chöre im Nacken, so dass jeder Song ziemlich kraftvoll auf die Ohren der Zuhörerschaft prallt.

Dass sich die 12 Stücke dort sehr schnell festsetzten, dafür sorgen gute Melodien, die sich trotz aller Härte frei entfalten können und deshalb sehr schön zur Geltung kommen, so dass unterm Strich eine Platte steht, die ziemlich genau meinen Geschmack trifft. Eine Platte, die nicht nur von den Songs und der Umsetzung schön, sondern auch textlich sehr wichtig ist und die Wut und Motivation besitzt, die Mauern der Tristesse tatsächlich zum Wanken und hoffentlich sogar zum Einsturz zu bringen. Steff

http://ichsuchthamburg.blogspot.de