RASENDER STILLSTAND – AUSRASTEN

RASENDER STILLSTAND – AUSRASTEN
(RaSt.-Records)

Das Cover vorliegender Scheibe lässt schon erahnen in welche Richtung es, zumindest textlich, bei der dritten Veröffentlichung der Band aus Dortmund geht. Ja genau, Schluss mit lustig und mal so richtig schön ausrasten und alles nieder reißen heißt die Devise. Und das alles mit Herz und Verstand.

Wer nun wildes Geknüppel oder Krawall-Punk erwartet, wird wohl enttäuscht sein. RASENDER STILLSTAND nehmen uns mit auf eine musikalische Zeitreise in die 1980er Jahre und haben neben ihrer traditionellen Punkrock-Attitüde auch nicht zu überhörende Einflüsse der politisierten Neuen Deutschen Welle mit im Gepäck. Vor allem bei den Songs mit weiblichem Gesang kommt das zur Geltung. Dieser wechselt sich mit einem männlichen Gesang ab, wobei seltenst gemeinsam gesungen wird, sondern die Songs entweder komplett weiblich oder eben männlich eingesungen sind. Vorrangig ist aber dennoch ebenerdig verwurzelter, treibender Punkrock, der Missstände beim Namen nennt und sich auch musikalisch erfreulich unmaskierte gibt. Die Produktion ist übrigens ziemlich kernig – und dass rückt diese Scheibe für mich in ein positives Licht! Mit dieser Platte kann und sollte man sich also schon mal auseinandersetzen.

Irgendwie finde ich aber, die Platte kommt fast 25 Jahre zu spät. Die getätigten Aussagen treffen ja durchaus meinen Geschmack, sind und waren auch immer aktuell! Der Sound dazu versetzt mich aber auch oft zurück in die Zeit, als ‘Punk’ noch ‘Punk’ war, oder zumindest das für was ich das mal gehalten hab, der I-Phone-Generation aber manchmal fast zu antiquiert vorkommen könnte! Abschließendes Fazit: Zeitlos-unbequeme Musik mit nachhaltigem Inhalt. Mirko

www.rasender-stillstand.de

PS: Ich hab irgendjemandem mal versprochen, jede Band, die einen unsäglichen Akzent beim Singen in englischer Sprache hervorbringt, zu „dissen“, wie das neusprachlich wohl mittlerweile heißt. Hiermit wird der Song „ Shout with a loud voice“ also strengstens angeprangert ;)