BOY – DARKEST VISION

BOY – DARKEST VISION
(Wolverine Records)

Gut, der Bandname ist jetzt nicht unbedingt originell, aber die Jungs werden sich schon irgendwas dabei gedacht haben. BOY kommen aus Brno (Tschechien), Drummer Vinca ist außerdem mit den PIPES AND PINTES recht erfolgreich unterwegs und Sänger Martino trällert bei den MAD PIGS, die den meisten wohl auch ein Begriff sein dürften. BOY hat mit den Stilen beider Bands allerdings wenig zu tun und geht ganz andere Wege.

Hier gibt es melodischen, ungewaschenen Punk´n´Roll auf´s Fressbrett, der perfekt auf den freien Stuhl zwischen THE BONES und TURBONEGRO passt. Der Schlagzeuger letztgenannter Band (Tommy Akerholdt) agierte ganz nebenbei als Produzent und so verwundern weder die Vergleiche noch das Endergebnis. „Darkest Vision“ klingt skandinavisch und düster und auch die Aufmachung ist alles andere als farbenfroh, nämlich in tiefstem schwarz gehalten. Und damit es ja nicht zu hell wird, keine Texte in weißer, sondern in grauer Schrift. Wirkt aber bedrückender als es letztendlich klingt. Die Spannung die das Intro aufbaut, wird immer wieder durch knackige Punk´n´Roll Nummern zerschlagen, bevor sie wieder neu aufgebaut und wieder zerschlagen wird.

Auch wenn sich die Visionen von BOY bzw. die Art wie sie musikalisch dargeboten werden vertraut anhören, haben sie eine besondere Ausstrahlung. Mitunter vielleicht auch, weil die Band sich mit ihrem Düster-Image nicht allzu ernst nimmt und auch mit ihrer Inhaltsbeschreibung, die da lautet: 1% Punk Rock – 99% Shit. Trifft natürlich absolut nicht zu, sondern bringt dieser weit über dem Durchschnitt liegenden Debüt-Platte eher noch zusätzliche Sympathiepunkte ein. Spike

www.boy-punk.com