HASS – KACKTUS

HASS – KACKTUS
(Aggressive Punk Produktionen)

Unverhofft kommt oft. Trifft doch immer wieder zu. Ganz unverhofft trudelt hier ein neues Album von HASS zum Reviewen herein. 2007 auf ihrer Abschiedstour waren sie noch als Trio unterwegs. Nun sind sie wieder zum flotten Fünfer angewachsen. Alex Schwers, der bei der letzten Besetzung noch Drummer war, spielt nun Gitarre, sprich, von ihm kommen die Metal-Solos auf der Platte. Was sich meiner Kenntnis entzieht und eigentlich Anlass für ein kleines Interview wäre ist, ob es sich hier nun um den Originalsänger handelt. Meines Wissens war in der letzten Besetzung das einzige Originalmitglied Peter als singender Gitarrist unterwegs. Was ich ebenso recht interessant fände wäre zu wissen, wie lange Alex bei HASS war bzw. ist. Man könnte natürlich sagen, dass man als Schreiberling auch etwas besser recherchieren könnte. Mach ich aber an dieser Stelle nicht.

Das wirklich Überraschende an diesem Comeback ist jedoch die Tatsache, dass die Platte richtig gut geworden ist! Treibender Punk in fettem Soundgewand, der im typischen 80iger Uffta-Drumbeat, meistens im mittleren Tempo, rockiger Weise daher kommt. Der Sänger klingt nach dem gleichen, wie z.B. auf der „Liebe ist tot“ Platte. HASS sind in meiner Punksozialisation immer eher am Rande durchgelaufen. Vereinzelt haben es aber immer wieder Songs wie „Liebe ist tot“, „Gebt der Meute was sie braucht“, beides Album-Titeltracks von astreinen Punkklassikern, oder auch „Herrenmenschen“, auf meine Mixtapes geschafft. Näher beschäftigt habe ich mich mit ihnen jedoch nie. Mit „Mit wehenden Fahnen“ haben sie einen plakativen wie lupenreinen, kämpferischen Mitgröhlhit im Gepäck und auch die anderen Songs laufen gut rein. Die mittlerweile schon recht abgelutschte Grauzone bekommt auch berechtigterweise ihr Fett weg. Das Teil macht Spaß! Da bin ich doch mal gespannt, ob sie irgendwann mal in heimische Gefilde zu einem Konzert kommen.

Aggressive Punkproduktionen haben sich die Band gleich mal gekrallt. Deren Politik, alteingesessene Punkbands neu zu vermarkten, ist zwar auch etwas fragwürdig, meiner Meinung nach hätte es manche gute unbekannte Band auch verdient, von einem solchen Marktführer gepusht zu werden, aber das ist natürlich deren Sache und eine andere Geschichte. Ein Sauflied ist ebenso vertreten (feiern hält man berechtigterweise nach wie vor für wichtig), wie ein Scherben Cover (LP only). Das Teil kommt wie gesagt über Aggropunk als CD, LP und Download. Gehört in jede Sammlung. Chris de Barg

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