CONTRAREAL + DEUTSCHE KINDER + ÜBERDOSIS + KEIN POTENTIAL (15.03.2014, Villa Roller, Waiblingen)

CONTRAREAL + DEUTSCHE KINDER + ÜBERDOSIS + KEIN POTENTIAL
(15.03.2014, Villa Roller, Waiblingen)

Lang, lang ist’s her, dass hier der letzte Konzertbericht aufgetaucht ist. Also hab ich mir gedacht, da muss doch mal wieder was kommen und mich einfach mal auf ein schnuckeliges Konzert im beschaulichen Waiblingen gemacht. Da am Vortag schon eine kleine Party war, war ich noch etwas angeschlagen, aber mit ein paar Konterbier geht das schon. Leider waren’s wohl ein paar zu viel, was dem Spaß aber keinen Abbruch getan hat. Ganz im Gegenteil! Nach kurzweiliger Anreise sind wir dann – schon wieder etwas neben der Kappe – kurz vor 21:00Uhr am Platz des Geschehen’s eingetroffen, wo man gleich freundlichst vom Partyvolk des Vortages empfangen wurde.

Als erstes enterten die Frischlinge von KEIN POTENTIAL die Bühne. Die Band hat erst im letzten Oktober ihr Live-Debüt gegeben und machte heute den Opener. Deutschpunk im Stil der 80er Jahre, der noch etwas chaotisch ist, aber durchaus gefällt. So gab das Quintett auch alles. Schließlich war auch Gitarrist Philipps Vater vor Ort, seines Zeichens Sänger der DEUTSCHEN KINDER und so konnte man bei dessen Gastgesang auch generationen-übergreifenden Punkrock bewundern. Der Sound war auch erstaunlich Gut und so erwiesen sich KEIN POTENTIAL als würdiger Opener.

Als nächstes bestiegen ÜBERDOSIS die Bühne, die gerade kurz vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums stehen. Der politische, kämpferische Deutschpunk, der ebenfalls direkt aus den 80ern stammen könnte, fetzt richtig gut und die Band präsentierte in ausgewogenem Maße alte Hits und Songs der kommenden Scheibe. ÜBERDOSIS hat jedenfalls mächtig zugelegt, nicht nur was das Musikalische betrifft, und da ich die Jungs lange nicht mehr Live gesehen habe, hat’s so richtig Spaß gemacht die Band mal wieder auf der Bühne rumtoben zu sehen!

Danach ging’s weiter mit DEUTSCHE KINDER aus Eisenberg, die es schon seit über 30 Jahren gibt. Nun gut, dazwischen lag auch eine längere Pause, denn nach der Wende ging jeder erst mal seine eigenen Wege und als Band hat man sich erst vor kurzer Zeit wieder zusammen gefunden. Und so stellte dies das erst vierte oder fünfte Konzert nach der Re-Union dar. Allerdings hat man auch schon einige neue Songs im Gepäck. Auch DK präsentierten eine gesunde Mischung aus den alten Songs, von denen das bekannteste wohl der Knaller ‘Zonie’ sein dürfte, der auch auf irgendeinem Teil der ‘Sicher gibt es bessere Zeiten…’-Reihe erschienen ist, und dem neuem Material. Ich muss aber auch sagen, dass mir die neuen Sachen außerordentlich gut gefallen und diese eigentlich genau da anknüpfen, wo man Anfang der 90er Jahre aufgehört hat. Natürlich alles etwas professioneller und nicht mehr so krachig wie die damals und auch die frühen Stücke wurden etwas aufgepeppt. Fein, fein, kann ich da nur sagen.


Als letztes erklommen dann CONTRAREAL aus Hamburg die Bühne, die ich zu meiner Schande bisher nur vom Hörensagen kannte. Was das Trio auf der Bühne bot, war dann prima Pogopunk mit politischer Attitüde, den das noch relativ junge Trio ausgezeichnet präsentierte. Das hat schon mächtig gefetzt. Am meisten hat mich dabei die singende Schlagzeugerin beeindruckt, die bei dem hohen Tempo immer noch alle Töne richtig getroffen hat und auch nie außer Atem kam. Und im Doppelgesang mit der männlichen Stimme paaren sich da Aggression und Melodie ausgezeichnet – zumal auch hier der Sound wirklich klasse war.

Leider war’s dann schon relativ spät und mit den Öffis hat man hier in der schwäbischen Provinz wenig Chancen, noch das eigene Bett zu finden, wenn man nicht rechtzeitig die Kurve kratzt. So konnte ich CONTRAREAL leider nicht mehr bis zum Ende mit verfolgen, was ich sehr gern getan hätte. Also hab ich mich zur Bushalte geschleppt, wo ich auch meine Hinfahrt-Begleitung wieder getroffen habe. So wurde auch die Rückfahrt zum kurzweiligen Ereignis. Glücklicher Weise hab ich dann auch noch den direkten Anschluss nach Hause bekommen und nach einem kurzen Hunde-Spaziergang – und dabei nur zweimal auf die Fresse fliegen – konnte ich mich zufrieden in mein Bette legen. Ein gelungener Abend also!!!