BROILERS – NOIR

BROILERS – NOIR
(People Like You Records)

Ach Freunde, ein kurzer Seufzer zum Einstieg und später sicherlich noch einer zum Ausstieg. Das neue BROILERS Album liegt schon eine ganze Zeit hier rum und hat auch schon einige Runden gedreht – in der Hoffnung, dass es irgendwann zündet. Nun stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt (oder wie die BROILERS singen „nie“), aber die meisten meiner Geschmacksnerven haben mir längst signalisiert, dass sie dieses Mal unerreicht bleiben werden – so viel sei vorweg genommen.

Aus der Oi-Punk! Band von damals ist längst eine feste Rockgröße geworden und aus kleinen, verrauchten Clubs längst große Hallen und Festivals. Die Videos der Band laufen im Fernsehen und die einst raue Musik wurde auf dem Bügelbrett bearbeitet. Alles größer und professioneller, aber, und das muss man anmerken, immer noch mit ganz viel Herzblut, was sich in erste Linie in Sammy´s unvergleichlicher Art zu Texten widerspiegelt. Was die Musik auf „Noir“, ihrem sechsten und zugleich ruhigsten Studioalbum angeht, so wurde der Weichspülgang an der Maschine eindeutig zu oft bedient. Nun kam der Stilbruch ja nicht über Nacht und hat sich bereits mit dem letzten Album angedeutet, aber dass man das so konsequent bzw. noch konsequenter fortsetzt, überrascht mich schon ein wenig. Ebenso das die Band sich ihren Aussagen nach zu urteilen so vehement gegen die Umschreibung „Deutschrock“ wehrt. Ich kann das Album wenden und drehen – es passt genau in dieses Genre.

Müsste ich die für mich stärksten Stücke herausfiltern, wären das „Ist da jemand“, „Die Hoffnung stirbt nie“ und „Gutes Leben“ – der Rest plätschert an mit vorbei. Das Album wird die Fangemeinde spalten, definitiv. Einige alte, festgefahrene werden abspringen, aber für jeden Abgesprungenen werden wohl 10 neue dazu kommen. Ich find Jammern der alten Zeiten wegen bescheuert und betrachte es als völlig legitim und logisch, das sich eine Band weiterentwickelt und nicht auf der Stelle tritt. Der daraus resultierende Erfolg sei den BROILERS gegönnt, aber „Noir“ kann sowohl „Vanitas“ wie auch „Santa Muerte“ nicht das Wasser reichen. Ach Freunde *Seufz* Spike

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