THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM – JUNG, TALENTLOS & GECASTET

THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM – JUNG, TALENTLOS & GECASTET
(Destiny Records)

Nach ihrem Auftritt bei Stefan Raab´s Bundesvision Songcontest (Platz 9) konnten THE TCHIK doch einiges an Aufmerksamkeit einheimsen. Da ist es nicht verkehrt den Schwung zu nutzen und das Debütalbum (2010 auf Beat The Rich erschienen und längst vergriffen) noch mal neu aufzulegen. Mit dem Ding fing alles an, nahm der Wahnsinn seinen Lauf.

Die Elektro-Pop-Punk Combo dreht die Zeiger der Uhr in gute NDW Zeiten zurück. Natürlich hat man heutzutage bessere aufnahmetechnische Mittel zur Verfügung und nutzt diese auch, aber ob jetzt gewollt oder ungewollt, die elektronischen Achtziger scheinen allgegenwärtig. Wer zu jung ist und diese Zeit knapp verpasst hat, dem könnte man auch mit den etwas weiter hergeholten Beispielen wie EGOTRONIC (nur unpolitischer) oder KEULE (nicht halt mit einem anderen Humor) kommen. Inhaltlich (und auch auf der Bühne) zwingt die Anarchie ihr chaotisches Zepter. Textlich gibt’s keine wirkliche Linie, die man auf einen Punkt bringen oder irgendwie definieren könnte. Von Quatsch bis hin zur Provokation, von versteckter Zweideutigkeit über den direkten, ausgestreckten Mittelfinger gibt’s kaum was im Repertoir der Berlinerinnen (und Berliner), was es nicht gibt.

Das Gefühl, dass diese Band alles sein will, nur nicht alltäglich und Hauptsache anders, hab ich nicht nur alleine – das ist ihr Markenzeichen und auch ihr Mittel, um sich aus der Masse hervorzuheben. Sie polarisieren, definitiv, oft niveaulos, aber beste Unterhaltung ist dennoch für die garantiert, die mit dem Humor der TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM klarkommen. Steff

www.thetotencrackhurenimkofferraum.de