DIE ORALAPOSTEL – ÜBERS KNIE GEBROCHEN

DIE ORALAPOSTEL – ÜBERS KNIE GEBROCHEN
(Eigenproduktion)

Sich 6 (!) Jahre mit der Veröffentlichung eines neuen Albums Zeit lassen und der neuen Scheibe dann auch noch den Titel “Übers Knie gebrochen“ geben. Nee, nee, nee – das sind mal wieder typisch DIE ORALAPOSTEL. Ich war wegen des neuen Albums doch etwas überrascht, vermutete ich doch lange Zeit, dass die Band aus Karlsruhe sich nach dem Erfolg des Debüts “Klassenarbeit“ still und heimlich zur Ruhe gesetzt hatte. Dem war und ist aber nicht so, wie ich kürzlich erfuhr und wie sich mit diesem, mit Spannung erwarteten Album, zugleich bestätigt.

Ich bin großer Fan ihrer ersten Platte, das kann ich an dieser Stelle ruhig mal zugeben – dementsprechend waren meine Erwartungen nicht gerade gering. 1A Kinderpunk war, zumindest von der Aufmachung her, gestern. Anstatt Klassenarbeiten zu schreiben, hängen die vier ORALAPOSTEL heute lieber in dunklen, verrauchten Kneipen rum und trinken Beck´s sowie Astra Rotlicht. Ansonsten verleugnen sie ihren Stil aber keinesfalls und gehen musikalisch unbekümmert den Weg weiter, den sie einst begonnen haben. Fröhlich-melodischer Fun-Punk, der sich mit seinen Texten nie zu ernst nimmt und die Gute-Laune-Stimmung für sich gepachtet zu haben scheint. Erinnerungen an Zeiten wo DIE WALTER ELF, SCHLIESSMUSKEL oder (die alten) GOLDENEN ZITRONEN die deutschsprachige Punkszene dominierten, muss ich gar nicht von weit her holen.

Zu kritisieren hätte ich höchstens das etwas zu dunkel geratene Artwork und den Reim der Wörter Vier auf Bier (ähnliche Kategorie wie Krank auf Punk). Ansonsten macht mir dieses Album richtig Spaß und verlängert mir den Sommer. Ach, und wo wir gerade bei Sommer sind – das gleichnamige Stück zählt neben “Tanzen“, “Wozu denn hoffen“ und dem musikalisch völlig aus der Reihe tanzenden, aber obergeilen “Viel zu leise“ zu den Hits der Platte. Am Bonustrack finde ich ebenfalls gefallen, das aber aus anderen Gründen. Bis zum nächsten Album bitte nicht wieder ein halbes Dutzend Jährchen verstreichen lassen, o.k.? Danke! Steff

www.die-oralapostel.de