BRAINDEAD – LIBERTALIA

BRAINDEAD – LIBERTALIA
(Diverse DIY Labels)

Zweites Full-length-Album des Hamburger Ska-Core Trios, diesmal allerdings nicht als LP/CD, sondern, man lese und staune, als LP/MC. Genau, man kann Kassetten nicht vernichten, denn sie sind ein Teil von uns – oder so ähnlich. Mir liegt die Langspielplatte vor und die präsentiert sich in hübscher Aufmachung. Rot ist nicht nur das Cover, sondern auch das Vinyl… transparent-rot, wenn man es genau nehmen will. Ein Poster mit zwei Funktionen findet sich außerdem im Inneren. Die eine Funktion als Poster hat der vorherige Satz bereits vorweg genommen, die andere wäre die Textbeilage – auf der Rückseite dieses Poster. Kann man also erstmal die Texte auswendig lernen und sich das danach als die Wand hängen. Umgekehrt ginge natürlich auch, wäre aber uncooler ;- )

Die Eingangs aufgeführte Ska-Core Umschreibung ist natürlich ein weitläufiger Begriff, der das Repertoir der Musiker bei weitem nicht unter seinen Hut bekommen würde. Klar gibt’s auch mal Ska oder Reggae, aber ebenso Hardcore, Punk und Dub. BRAINDEAD können gut Vollgas, aber genauso gut ganz easy und locker durch die Gegend cruisen. Aufregend, fast schon ein wenig gemein wird es, wenn sie aus voller Fahrt heraus die Bremse betätigen und man sich von einem Moment auf den anderen im Dub wiederfindet. Ein Beweis für die Vielseitigkeit der Band und auch ein Zeichen für kleinere Komplexitäten, nicht bei allen, aber bei manchen Songs.

Erinnert an einen Mix aus INNER TERRESTRIALS, OPERATION IVY und RANCID. Viel California Style und gute Laune könnte man meinen, textlich allerdings wenig Sonnenschein. Nicht das BRAINDEAD alles schwarz malen würden, aber sie malen es kritisch und das ist nicht nur gut so, sondern auch wichtig. Geballte Faust, sowie Mittel- und Zeigerfinger im Wechsel, die derzeitigen Umstände sind halt kein Ponyhof. Das packt mich, das reißt mich mit – wo ist der „Gefällt mir“ Knopf? Steff

www.braindeadpunk.blogspot.de