RANTANPLAN – PAULI

RANTANPLAN – PAULI
(Sony Music)

„Hamburg – hier ist was los, hier wird gebaut, schiefe Türme das man sich so was noch traut, wer soll denn darin wohn, das kann kein Arbeiter bezahln“ – die ersten Zeilen ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Album, das erste „richtige“ mit neuer Besetzung um Sänger und Gründungsmitglied Torben Meissner, der als einziger von der alten Mannschaft noch mit an Bord ist. Hamburg, speziell die Szeneviertel St.Pauli und Altona, die Liebe, die Verbundenheit zu diesen Stadtteilen, aber auch deren rasend schnelle Veränderung, die scheinbar unaufhaltbare Gentrifizierung sind Hauptthema dieser Platte.

Inhalt und Verpackung sind dabei perfekt aufeinander abgestimmt und RANTANPLAN transportieren die Thematiken samt der damit verbundenen Emotionen geschickt über die Musik. Mal werden sie sanft getragen, mal aber auch geworfen, letzteres geschieht dabei häufiger, denn die Hamburger Ska-Punk-Kapelle liefert im Vergleich zu ihren Vorgängeroutputs (Kein Schulterklopfen und Köpfer mal ausgenommen) ein doch sehr zorniges, bissiges und hartes Album ab, was ein wenig an die Anfangstage erinnert. Die Stücke beißen sich schnell fest und bestechen trotz Tiefgang und Aussage mit viel offensichtlicher Ironie.

„Pauli“ ist wie Tanzbeinschwingen mit permanent geballten Fäusten und angeschaltetem Kopf. Bestandsaufnahme, Loblied und Warnsignal in einem. Von der Intensität her ganz klar in einer Reihe mit den ersten beiden RANTANPLAN Scheiben und gleichzeitig eine deutliche Abgrenzung zu den ganzen Tri-Tra-Trullala-Albern-Sein-Auf-Teufel-Komm-Raus-Ska-Punk-Bands. „Pauli“ geht die Dinge anders an, „Pauli“ kann was! Spike

www.rantanplan-sucks.de