PARAMORE – S/T

PARAMORE – S/T
(Atlantic Records)

PARAMORE waren zuletzt mehr mit schmutziger Wäsche als mit ihrer Musik in den Medien vertreten. Nachdem die Gebrüder Farro die Band zwischen dem vorherigen und dem aktuellen Album verlassen hatten und PARAMORE daraufhin ein sehr nüchternes Statement auf ihrer Homepage zum Ausstieg von Lead-Gitarrist und Schlagzeuger verfassten, tat das auch Josh Farro. Seine Version las sich allerdings etwas anders und war mit dem Vorwurf verknüpft, dass die Band nichts weiter als ein fabriziertes Produkt eines Major-Labels sei, mit einer Frontfrau, die sich durch ihr Management manipulieren ließe. Bäm! Und so brodelte es in der Gerüchteküche vor sich hin.

Die beste Schadensbegrenzung nach so einer geplatzten Bombe wäre nach dem dementieren der Vorwürfe ein Album zu veröffentlichen, das alles wieder ins richtige Licht zu rücken versucht und daran haben sich die vom Quintett zum Trio geschrumpften PARAMORE gewagt und dieses als “Wiederentdeckung von sich selbst“ bezeichnet und “als Prozess, der ihnen die Freiheit schenkte, neue künstlerische Territorien zu erkunden und sie als Musiker, Sänger und Menschen nachhaltig zu befreien.“ Das sieht im Endeffekt leider so aus, dass die Band versucht den damaligen punk/rockigen Weg so weit wie möglich zu umgehen. Die neuen Songs sind gebügelt und für´s Radio oder Musikfernsehen wie maßgeschneidert.

Obwohl Sängerin Hayley Williams den Vergleich mit AVRIL LAVIGNE absolut hasst, ist er nicht fehl am Platze, denn genau in diese Richtung haben sich PARAMORE entwickelt. Mit diesem Self-titled Album würde ich den Vorwurf der Fremdsteuerung jedenfalls nicht als entkräftet ansehen, auch wenn die Band überzeugt von sich gibt: “Dieses Album sind wir, durch und durch.“ Steff

www.paramore.net