KOMMANDO SONNE-NMILCH – YOU PAY I FUCK

KOMMANDO SONNE-NMILCH – YOU PAY I FUCK
(Major Label)

Musikalische Schubladen sprengen oder Ketten zerreißen, Hauptsache sich nicht festlegen müssen und wollen. Jedes KOMMANDO SONNE-NMILCH Album ist wie ein gut verpacktes Weihnachtsgeschenk oder wie ein Blind Date, denn da jede Scheibe bisher anders und nur schwer mit ihrem Vorgänger oder Nachfolger vergleichbar war, weiß man nie genau was man bekommt.

Diesmal bewegt sich die Band um Jens Rachut wieder stark vermehrt auf punkigem Territorium, sucht wieder mehr die Nähe zu DACKELBLUT, OMA HANS oder den GOLDENEN ZITRONEN in ihrer Phase Anfang/Mitte der 90´er und findet sie auch. Die Songs besitzen viel rauen Charme und eine gehörige Portion Komplexität. Es verliert sich zwar gelegentlich der Faden den man zum Folgen braucht, doch das nur Anfangs, denn von Durchlauf zu Durchlauf wird dieser sichtbarer. Der Gesang, der Mädelschor, das Gitarrenspiel, all das verleiht Ausdruck und hinterlässt Eindruck.

Es ist mal wieder eine kräftig aufgedrückte und vor allem eigene Handschrift, die die Hamburger mit “You pay i fuck“ hinterlassen – energiegeladen, melancholisch, wütend, persönlich. Punk ist Kunst und Kunst ist Punk, zwar nicht immer, aber in diesem Fall schon. Und überhaupt nicht schlimm, dass es etwas später zündet, denn so hat man länger was davon. Steff

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