INCOMING LEERGUT


INCOMING LEERGUT? Schon mal gehört oder nicht? Falls ja, Glückwunsch, falls nein, Namen merken und antesten! Die Band aus Krefeld spielt ziemlich gelungenen und interessanten Melodic-Punk mit deutschen, ironischen Texten – (HIER die
Rezension der aktuellen Platte) – und das so grandios, das wir Sänger und Bassist Dave mal auf den Zahn fühlen mussten. Vom Einblick in den Bandbetrieb über Bassisten-Mobbing bis hin zum Fußball – es gab so einige Themen anzusprechen, aber lest am besten selbst:

Ich denke zur neuen Produktion darf man ruhig mal gratulieren. Warum hat es mit dem neuen Album so lange gedauert? Ich meine was von kreativer Auszeit gelesen zu haben, aber was machen Musiker in einer kreativen Auszeit denn überhaupt und kann bei kreativen Auszeiten nicht die Gefahr bestehen, das sich die Kreativität der Auszeit völlig unterordnet?
Ja, vielen Dank für die Gratulation. Wir sind auch froh, dass wir euch endlich unser neues Album präsentieren können. Bis jetzt haben wir viel positives Feedback bekommen. Die Aufnahmen zu der “Give! Give!“ waren schon im Januar 2012 fertiggestellt und seitdem haben wir an Feinheiten gefeilt. „Kreative Auszeit“ war vielleicht die falsche Bezeichnung, aber uns ist damals nichts Besseres eingefallen. Eigentlich war unsere Kreativität das einzige, was keine Auszeit gemacht hat. Ein paar von uns mussten zum damaligen Zeitpunkt einige private Dinge klären und hatten daher nicht die Zeit um zu touren oder regelmäßig zu proben. Während dieser Zeit sind allerdings Tonnenweise Ideen aufgelaufen von denen wir einen ordentlichen Stapel, der es nicht mehr auf die „Give! Give!“ geschafft hat, noch abarbeiten wollen.

Das ihr aber wieder im Urbesetzungs-Trio spielt und der zweite Gitarrist nicht mehr mit an Bord ist, hat mit der Pause aber nichts zu tun, oder habt ihr euch gezankt?
Ganz aktuell können wir verkünden, dass wir wieder zu viert spielen. Als neuen zweiten Gitarristen haben wir Marlon mit an Bord. Mit Streit oder der kreativen Pause hat die Neubesetzung bzw. die Zeit in der wir als Trio unterwegs waren aber nichts zu tun. Der Entschluss zu dritt weiter zu spielen hatte andere Gründe. Für die neuen Songs war eine zweite Gitarre nicht notwendig. Der Bass hat viele Melodiestimmen von einer Leadgitarre übernommen. Aber man kennt das ja, ne zusätzliche Rhytmusgitarre knallt dann halt doch ganz gut. Darum sind wir jetzt wieder zu viert und  können endlich wieder die alten Hits von der “Acoholidays“ live spielen.

Es hat sich im Gegensatz zur ersten Platte ja einiges geändert. Was sofort ins Ohr fällt (bis auf eine Ausnahme) ist der totale Verzicht von englischsprachigen Lyrics? Warum dieser Entschluss?
In der Tat hatten wir auf unserer ersten Scheibe “Alcoholidays“ noch wesentlich mehr Texte in englischer Sprache. Irgendwie fand ich das damals ganz cool, weil man mit der Kombination aus Englischsprachigem und dem richtigen instrumentalen Beiwerk ja doch so ein bisschen dieses Ami-Punk Gefühl aufkommen lassen kann. Wir haben zwar einen Anglisten in der Band, aber auch der kann nicht verhindern, dass man im Englischen schnell in Parolen abdriftet. Es gibt ja nicht wenige deutsche Punkbands, die auf Englisch singen. Das soll dann irgendwie härter klingen und ist in der Tat vielleicht massenkompatibler, aber wenn man sich dann mal die Texte durchliest oder genauer hinhört, dreht sich einem nicht selten die Ohrmuschel um, was da eigentlich für ein Quatsch verzapft wird. Das funktioniert im Übrigen auch hervorragend mit Charts-Mukke. Da werden von allen die englischen Lieder fleißig in jedem Auto mitgesungen. Aber fang mal an so manche der Lieder im Nachmittagsprogramm ins Deutsche zu übersetzen. Da bist du ruckzuck bei total sexistischen oder einfach nur strohdummen Textzeilen, die sich kein Schwein trauen würde auf Deutsch zu singen. Es gibt durchaus Bands oder Songs, bei denen englische Songs funktionieren. Aber nicht selten wird englisch gesungen, um völlig schwachsinnige Texte unkenntlich zu machen. Bei uns sind die Texte allerdings genauso wichtig wie die Musik. Ich persönlich kann den Sprachwitz in Deutsch einfach viel besser verpacken. Wortverdreher oder irgendwelche verrückten Bezugnahmen oder Anspielungen fallen mir so einfach leichter. Das werden wir auch in Zukunft so halten. Die Musikrichtung, in die wir gehen, findet sich zudem nicht wirklich oft gekoppelt mit deutschen Texten. Diese Kombination ist interessant.

Das Bassspiel beim neuen Album ist sehr prägnant. Geh ich recht in der Annahme, dass Du als Bassist und Sänger für das Songwriting verantwortlich bist, also die Kompositionen auch auf dem Bass aufbaust?
Das ist korrekt. Die meisten Songs schreibe ich zu Hause auf dem Bass oder Gitarre. Manchmal fällt mir ein super Text zu nem Riff ein, das ich gerade spiele, manchmal fällt mir nur ein Riff ein und Tage später ein passender Text. Texte fallen mir zu jeder Tages- und Nachtzeit, meist aber in ungünstigen Situationen ein. Das kann wirklich ganz plötzlich kommen. Das endet dann so, dass ich auf irgendwelchen schönen Waldspaziergängen bin, mir ein guter Text einfällt, ich nix zu schreiben habe und aus dem Wald wieder rausrenne, um einen Stift zu finden. Manchmal muss ich auch auf der Überholspur bei 180 plötzlich Texte in mein Handymikro schreien. Entstehen können die Lieder bei mir auf ganz unterschiedliche Art, aber Ideen überkommen mich eigentlich täglich. Jeder Musiker, dem textlich nix einfällt, sollte in Köln U-Bahn fahren. Da passieren die tollsten und verrücktesten Sachen, die Stoff für den nächsten Hit liefern können. Wobei, da haben SUPERNICHTS eigentlich alles zu gesagt. Jedenfalls bringe ich die Songs dann manchmal komplett fertig oder manchmal als Gerüst mit zur Probe. In vielen Fällen kommt Felix dann noch mit Ideen zu coolen Zwischenparts oder Vinz fallen durchgedrehte Breaks ein. Richtig rund werden die Songs erst in der Probe. Diese Rundungen würde ich auch nur mit den Kollegen hinkriegen. Das prägnante Bassspiel, von dem ich froh bin, dass du es ansprichst, war uns bei der “Give! Give!“ wichtig. Ich liebe einen lebendigen Bass beim Punkrock. Ein gut ausrastender Bassist kann aus einer Band noch so viel raushauen. Spitzenreiter sind da natürlich Joe Raposo von RKL (gerade bei LAGWAGON) und auch Matt Freeman. Mir sind schöne und/oder verfrickelte Läufe beim Bassspielen wichtig. Ich habe versucht, das bei der CD mit einfließen zu lassen. Leider kann ich nicht immer total durchdrehen, weil ich ja singe. Ich will weder bei dem einen, noch dem anderen zurückstecken. Das muss sich dann in der Mitte irgendwo finden.

Die Kombination aus Gesang und Läufen/Solos ist ja durchaus nicht immer eine einfache. Packst Du Läufe beim Songwriting bewusst in irgendwelche Zwischenparts oder ist Dir das Können/Talent gegeben, auch während der Gesangsparts der Fingerfertigkeit freien Lauf zu lassen?
Prägnante Läufe und Soli packe ich immer bewusst an Stellen, an denen ich nicht singe. Wirklich wilde Läufe und Gesang zu kombinieren ist eigentlich fast nicht möglich. Daher setze ich diese Stellen tatsächlich gezielt an Zwischenparts oder ähnliche Stellen. Bei den CD Aufnahmen lässt man es sich dann natürlich nicht nehmen, auch mal an Stellen etwas virtuoser zu werden, von denen man weiß, dass man da live zurückstecken muss, aber das ist eigentlich recht dezent gehalten. Sonst erwarten die Leute sonst was und man kann es nicht umsetzen. Ich versuche es allerdings auch zu vermeiden in Strophen, wo ich singe, nur die Grundtöne zu spielen, sondern bastel da auch schon mal während ich singe nen kleinen Lauf rein.

Als Label stärkt euch das neu gegründete Label Weird Sounds aus Duisburg den Rücken und eure Scheibe ist, wenn ich das richtig überblicke, die erste Veröffentlichung. Wie kam der Deal zustande?
Den A.Si, der hinter Weird Sounds steht, kenne ich über RÜPELS ROYAL. A.Si zockt da Gitarre und ich spiele Bass. Der hängt sich unglaublich rein, wenn‘s um Promotion und die ganzen organisatorischen Angelegenheiten geht, die bei so einer Albumproduktion anfallen. Das Label ist ja noch sehr jung, hat mit FEROCIOUS DOG und natürlich uns aber schon zwei Knallerbands unter der Haube. Als es Weird Sounds Records gerade gab, hätten wir die CD schon fast selbst rausgebracht. Glücklicherweise kam A.Si dann auf uns zu, wir haben uns über die ganze Geschichte bei nem Gerstenbruder unterhalten und ihm hat unsere CD gefallen. Bis jetzt ein echter Volltreffer.

“Die CD schon fast selber rausgebracht“ hört sich ein wenig so an, als gab es im Vorfeld eine erfolglose Suche nach einem passenden Label. Habt ihr denn ein paar Songs als Appetithappen an diverse Labels geschickt? Oder hieß der Plan bis zum Weird Sounds Deal ursprünglich Eigenregie?
Wir hatten schon ein paar Labels angeschrieben und Demoaufnahmen hingeschickt. Allerdings nur ne Hand voll. Nachdem das fruchtlos verlaufen ist, wollten wir die CD selber rausbringen. Allerdings wäre das mit nem mulmigen Gefühl verbunden gewesen, weil keiner von uns die Zeit hat, das ganze organisatorische Gedöns zu übernehmen. Zu dem Zeitpunkt wurde Weird Sounds Records gerade gegründet und A.si ist einfach eine riesen Hilfe gewesen. Die Entscheidung fiel dann schnell.


Kein geringerer als der gute Frank “Nonstop Stereo“ Ludes (er sei an dieser Stelle lieb gegrüßt) stand euch wieder mit Rat und Tat und Tipps und Tricks zur Seite. Darf man so einem alten Hasen auch mal widersprechen? Und falls es doch mal Uneinigkeiten gibt, wer hat dann das letzte Wort? Frank oder ihr?

Frank hat immer das letzte Wort, in allem, haha. Ne, Tipps und Tricks bezogen sich hauptsächlich darauf uns zu zeigen wie rum man ne Gitarre hält und nicht besoffen von der Bühne fällt. Tipps gab‘s beispielsweise bei Proben, in denen Frank vermeintlich unspektakuläre Tempoveränderungen vorgeschlagen hat, die dem Song plötzlich einen ganz neuen „Drive“ gegeben haben. Ansonsten hat Frank das Design gekonnt zusammengepuzzelt und hilft bei vielen Sachen einfach gerne aus. Im Grunde hat Frank schon ziemlich früh in Teilen musikalischen Einfluss auf mich gehabt. Bevor wir mit unserer Demo CD damals zu ihm gegangen sind und sich eine Freundschaft entwickelt hat, kannte ich ihn ja gar nicht persönlich. Aber so Lieder wie „Neil Armstrong“ oder „Wo ist mein Bier“, welche wir echt früh übern Kassettenrecorder um die Häuser ziehend gehört haben, hinterlassen halt irgendwo ihre Spuren. Widerworte gab‘s also keine, weil Frank halt n Profi ist. Franks letzte Wort sind übrigens “So, einen trinken wa aber noch, dann rauchn wa noch eine und dann hau ich ab.”

Die Bandinfo gibt nicht nur Dich und Vinz als Gründungsmitglieder an, sondern verrät auch, dass ihr Geschwister seid. Also ist INCOMING LEERGUT zu 2/3 ein Familienunternehmen. Wurdet ihr von euren Eltern in die musikalische Früherziehung geschickt? Oder wann kam der Wunsch auf, sich auf ein Instrument festzulegen und dieses zu erlernen?
Stimmt genau, Vinz und ich sind Brüder und haben die Band gegründet. Da wir uns bestens verstehen und viel zusammen auf Achse sind, war eigentlich klar, dass sich das in ner Band auch positiv niederschlagen wird. Das war auch immer mein Wunsch mit ihm zusammen eine Band aufzumachen. Wenn ich mit Vinz zusammen Lieder zocke oder wir an Songs feilen, braucht es manchmal nur ein Blick oder ein zwei Worte aus meinem ungenügend beherrschten Schlagzeugvokabular und wir wissen direkt, wer was wie meint. Das ist manchmal etwas unheimlich. Da Vinz aber auch schon seit Dekaden mit Felix in einer anderen Band gespielt hat, hat sich diese, tja man könnte es fast „Musikalische Gedankenübertragung“ nennen, auf die ganze Band ausgewirkt. Mit der musikalischen Früherziehung liegst du gar nicht mal so falsch. Seit wir uns alleine auf den Beinen halten können, hatten wir immer irgendwelche Instrumente um den Hals oder vor den Bauch geschnallt. Mein Bruder bevorzugte dabei sitzende Tätigkeiten an Klavier-, Bar- oder Schlagzeughocker und ich hab mich mit 4-saitigen Instrumenten beschäftigt, also Cello und Bass. Man mag jetzt die Meinung vertreten, dass Punkrock aus Suff und Chaos entstehen muss, aber ich kann sagen, eine klassische Musikausbildung ist dabei nicht immer hinderlich, haha. Der eigentliche Entschluss zum Bassspiel kam bei mir irgendwie so, wie man sich das punkbandtypisch vorstellt. Ich habe damals mit den Kollegen der Band GARTENSCHLOUCH, in der ich nach wie vor spiele, auf irgendeiner Gartenparty gesessen und wir haben dann, unter dem Einfluss von NOFX, RANCID etc. beschlossen eine Band zu gründen. Dann ging´s eigentlich nur: „Ok, ich spiel Schlagzeug“, „ich spiel Gitarre“, „und ich spiel Bass“. Anfänglich eine Zufallswahl, aber ich will niemals mehr ein anderes Instrument in einer Band spielen!

Und wie Du vorhin schon sagtest, auch am Beispiel Matt Freeman, ist auf dem Bass ja auch einiges möglich. Trotzdem lastet auf dem Bass/dem Bassspieler oft ein respektloses Image. Shirtmotive oder Aussagen wie “Gegen Bassisten“ oder “ Bassisten sind Statisten“ oder “Bassisten sind die, deren Finger zu dick für Gitarrensaiten sind“ sind allseits bekannt. Warum dieser Neid?
Ja. So ein Unsinn bekommt man tatsächlich von Zeit zu Zeit mit. Man muss einfach so gut werden, dass diese Witze in der Gegenwart von einem keinen Sinn mehr ergeben. Aber mal ehrlich: Es gibt dieses Vorurteil des nix könnenden Bassisten. Das Problem dabei ist, dass es im Grunde wahrscheinlich ein Teufelskreis ist. Es gibt halt auf der einen Seite die Punkrockbassisten, die richtig fit sind und eben mit ihrem Spiel auch die Band prägen. RANCID würde ohne Matt Freeman ja nicht wirklich gut funktionieren bzw. wäre um Einiges langweiliger. Und auf der anderen Seite gibt es leider in der Tat einen Haufen schlechter Bassisten, die dann auf CDs runtergepegelt werden. Aber ich denke, dass das mitunter daher kommt, dass eben viele diese Vorurteile mal aufgeschnappt haben und dann gerade am Anfang denken „oh klasse, da brauch ich nicht viel machen. 4 Saiten, da halte ich en paar mal mein Finger drauf, dann geht das“. Nicht wenige geben sich dann vielleicht mit diesem Zustand zufrieden. Und genau das ist schade, weil man mit dem Bass richtig geil zaubern kann. Du kannst mit bestimmten Läufen und Frickelparts den Bass total in den Vordergrund drücken. Nur, da muss man eben Energie ohne Ende reinstecken. Ich spiele jetzt seit 13 Jahren Bass und zocke täglich für mich immer mal wieder.  So langsam denke ich, dass ich gut werde. Aber die Zeit brauchst du halt auch, dann wirst du zum lebenden Beweis der Sinnfreiheit dieser Art von Witzen und natürlich auch ihrer Erzähler selbst. Wo ich gerade darüber nachdenke, mir hat noch nie jemand einen Bassistenwitz erzählt, der selbst richtig, richtig gut irgendein Instrument gespielt hat, ich meine „wirklich“ gut. Zu Menschen mit diesen Sprüchen unterschiedlichster Art auf Shirts sage ich lieber nichts, sonst werde ich vorgeladen.

Es gibt ja so einige Bands, die kommen irgendwann mit ihrem Bandnamen nicht mehr klar und benennen sich um (aus DER DICKE POLIZIST wurde z.B. ddp). Glaubst Du, dass ihr auch irgendwann zu diesem Kandidatenkreis gehören könntet und die Gefahr nicht auszuschließen ist, dass euch in einigen Jahren der Name INCOMING LEERGUT inhaltlich und musikalisch nicht mehr passend und zeitgemäß erscheinen könnte?
Ich denke, du spielst dadrauf an, dass man bei Leergut an eine deutsche Saufpunkkombo denken könnte. Wir hatten von Anfang an Personen, die uns geraten haben unseren Namen zu ändern, um nicht automatisch in eine Schublade gesteckt zu werden. Das fanden wir aber schon immer albern. Wir finden den Namen witzig und mit Leergut bzw. Pfand lassen sich tolle Wortspiele anstellen. Zum Beispiel nennen wir unsere Musikrichtung ja „Pfandrock“ oder Slogans wie „Pfand´s not dead!“ können durch sowas entstehen. Unsere Musik wird ja nicht dadurch besser oder schlechter, dass wir uns n schickes Klingelschild dranschrauben. So haben wir wenigstens nen Bezug zum Namen. Der entstand nämlich als wir Krefelder Heroinjunkies dabei beobachteten, wie sie sich mit Leergut beharkt haben, das war der Tag der Bandgründung. Die ersten Songs waren übrigens tatsächlich klassischer Deutschpunk. Das „Bierlied“ oder „Mein Iro weht im Herbstwind“ stammen aus dieser Zeit. Wir haben aber schnell gemerkt, dass da nicht unsere Stärken liegen. Was uns mehr gefällt sind Bands wie R.K.L. oder SATANIC SURFERS. Diesen Musikstil mit deutschen Texten zu kombinieren ist eigentlich das was wir wollen.

Was euch ja auch ganz gut gelingt. Kürzlich bin ich bei YouTube auf einen Fußballsong von euch für Borussia Dortmund gestoßen. Ihr kommt aus Krefeld – wird einem dort nicht automatisch der Mitgliedsausweis für Uerdingen05 mit in die Wiege gelegt?
Wenn dem so war, ist meiner geklaut worden. Klar ist, dass wir natürlich mit dem KFC Uerdingen fleißig mitfiebern. Der Verein hatte es ja wahrlich nicht so leicht in der Vergangenheit. Aber jetzt steht derzeit der Aufstieg von der Oberliga in die Regionalliga bevor. Die haben nur einmal verloren bisher in der Saison. Allerdings ist es schon so, dass Felix, Vinz und ich eigentlich große Dortmundfans sind. Ich hatte nach der doppelten Meisterschaft plus Pokalsieg das Gefühl, diesen Wahnsinn in Worte fassen zu müssen. Und wenn ich dieses Gefühl habe, kommen nicht selten Lieder dabei heraus. Dass wir das dann so aufgenommen und bei Youtube reingestellt haben, da hatten wir alle Bock drauf und das war ein gemeinsamer Beschluss. Mit Fußball und Punkrock ist das natürlich immer so ne Sache. Das wird allerdings das einzige Mal blieben, dass wir nen Fußballsong gemacht haben. Wir spielen den auch nicht live, sondern belassen es bei dem Youtubeupload. Durch den Song kommen schöne Erinnerungen wieder hoch.

Super, wenn sich die Band auch in Sachen Lieblingsfußballverein einig ist ;- )
Ja, das ist ziemlich lustig, wenn ich gerade darüber nachdenke. Bevor wir uns auf die Songs stürzen, gibt es meist noch eine kurze hitzige Spielanalyse oder die neuesten Transfergerüchte werden wegdiskutiert. Dann öffnen wir uns je ein Bier mit dem BvB-Flaschenöffner 09 und dann wird Punkrock gemacht. Haha.

O.k., die besten 3 Punkrockalben der letzten 2-3 Jahre?
Puh. Das ist nicht so einfach. Viele wirklich gute Alben sind mir in diesem Zeitraum nicht über den Weg gerollt. Super waren trotzdem DEVILS BRIGADE (s.t.) und POUR HABIT “Got your back“

Die besten 3 Punkrockalben überhaupt?
Ganz vorne für mich RANICID mit “Indestructible“
2. RICH KIDS ON LSD “Riches To Rags“
3. TRANSPLANTS (s.t.)

Was gibt’s sonst noch wichtiges zu sagen?
Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und freuen uns die Bühnen der Welt zu bespielen. Wir haben riesen Bock auf Pfandrock und hören niemals freiwillig damit auf. Und falls jemand gut Tipps gegen Kreativität weiß, her damit! Oder um es mit Tim Armstrong zu sagen: „Make sure that you stay true to yourself and you follow your heart. Don´t think about stuff too much, man. Come from yout heart first. Always. Then you´ll be ok.”