DIE DORKS – TYRANNOPLAUZUS FETT

DIE DORKS – TYRANNOPLAUZUS FETT
(SN-Punx)

Nach den Alben “Grundtriebe“ (2009) und “ Servus, Gruezi und K.O (2011), folgte Ende Dezember 2012 der dritte Streich der Kapelle aus dem oberbayerischen Markl, welches als Geburtsort von Katholikenboss Ratze auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt sein dürfte. Auch DIE DORKS, wo wir gerade beim Thema sind, erfreuen sich einer immer größer werdenden Bekanntheit (das muss wohl am Städtchen liegen), auch wenn die Gründe dafür sicherlich woanders zu suchen und zu finden sind. Mit ihrer Vorstellung von Punkrock, der wieder etwas näher an der Vergangenheit geparkt werden sollte, scheinen sie entweder einen gewissen Nerv zu treffen oder durch Provokationen die Neugierde zu wecken.

Wie auch immer, DIE DORKS gehen, ohne zu verurteilen, mit den Teilen der bieder und spießig geworden Punkszene ins Gericht und machen sich locker. Keine ausnahmslose Scheißegal-Stimmung, aber auch nicht alles auf die Goldwaage legen. Heute Spaß und morgen Kot, oder Bierschiss. Ruhig mal gescheit einen über den Durst trinken, aber trotz Bierfahne trotzdem zu wichtigen Punkten ne´ klare Meinung vertreten. Die 5 Assis (Eigendefinition) versuchen die Szene wieder ein Stück weit zu entkrampfen und ihr den Spaß zurückzugeben, getreu dem Motto: “Leben, lachen, kämpfen“. Party und Punk als Ehe funktioniert immer noch bestens und wenn Punk das ist, was du draus machst, dann kannste auch mal hinter den Punkhorizont schauen und andere tanzbare Musikstile mit einbeziehen. Das machen DIE DORKS und schwingen dazu kräftig das Tanz- und Pogotanzbein, mal mit mal ohne Hose. Der ruppipe, auch mal mit Dialekt vorgetragene Deutschpunk lebt aber u.a. auch von der kräftigen (kräftig mit gerollten “r“) Reibeisenstimme von Sängerin Lizal, die ihre Stimmbändchen ordentlich strapaziert und schwingen lässt.

“Tyrannoplauzus Fett“ ist summa summarum ne´ Partyscheibe geworden, die zwischen der Feierei immer wieder Raum für ironische Nackenschläge lässt. Das Album mit dem dickbäuchigen, kotzenden Dino erinnert einen Hauch an die Blütezeit des Fun-Punks Ende 80´er/Anfang 90´er, als Bands wie die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN, HANNEN ALKS oder DIMPLE MINDS mega angesagt waren. Einen direkten Vergleich zu diesen Bands (ich sprach ja auch lediglich von einem Hauch) möchte ich trotz Aufzählung aber nicht ziehen, da DIE DORKS eine eigene Schublade aufmachen und auch ihr Stil stark in Richtung Eigenkreation tendiert. Lautstark mitgröhlen oder sich einfach mal ungehemmt gehen lassen ohne sich anschließend dafür rechtfertigen zu müssen? Mit dieser Scheibe kein Problem! Funktioniert in Verbindung mit Dosenbier natürlich noch besser. Steff

www.diedorks.de