THE BOTTROPS – HINTERHOFHITS

THE BOTTROPS – HINTERHOFHITS
(Destiny Records)

Noch gar nicht so lang her, da hab ich an irgendeiner Theke in irgendeiner Bar in irgendeiner norddeutschen Großstadt mit irgendeinem Typen über die erfolgreichsten Deutschpunkkapellen der letzten Jahre gequasselt. Die TERRORGRUPPE war einer seiner heißesten Favoriten und so stellte er im Verlauf dieser kleinen Diskussion die ungeheuere Behauptung auf, dass die Band, die praktisch daraus oder danach entstanden ist (THE BOTTROPS), nicht aus deren Schatten heraustreten wird. Meine Meinung war da eine etwas andere, und hey, sie wog auch schwerer, denn immerhin schreib ich für´s Ugly Punk. Also, wer ist hier der Musikexperte? ;- )

Kommen wir aber auf den Punkt, kommen wir zu den “Hinterhofhits“, der dritten Platte der Berliner. Die Band selbst sieht sie als ihre bislang härteste Platte an, ich würde sie eher als “direkt“, bzw. direkter als ihre Vorgänger bezeichnen. Bestückt mit vielen kleinen Details, mit Ellenbogenschlägen, die oftmals zwischen den Zeilen lauern und zum Einsatz kommen, heben THE BOTTROPS nicht nur den Mittelfinger, sondern auch mal den Zeigefinger oder die ganze Faust. Kritisiert wird auf äußerst ironische Weise, den Fehlern in System und Gesellschaft der Spiegel der Widersprüchlichkeit erschreckend dicht auf die Nase gedrückt. Musikalisch alles sehr eingängig zwischen New School und Old School, zwischen Punk und Pop, zwischen Classic Metal und NDW oder, dieses Beispiel ist mir gerade spontan gekommen, der ÄRZTE-Zeit zwischen “Die Bestie in Menschengestalt“ und “Plant Punk“.

Zum Mitsingen sehr gut geeignet, nutzbar allerdings auch zum Nachdenken und zum sich selbst Reflextieren. Manchmal auch ein wenig Fun-Punk, aber meistens doch weit davon entfernt. Insgesamt fünfzehn Perlen, von denen “Go2HELL“, “Schönheits-OP“ und “Täglich mehr (Grüßt das Murmeltier)“ nach meinem Empfinden besonders hell funkeln. Der Typ aus der Kneipe hatte einfach keine Ahnung, soviel steht mal fest. Steff

www.thebottrops.com