DIE RÄSONEURE – SOLJANKA-ROCK

DIE RÄSONEURE – SOLJANKA-ROCK
(Eigenproduktion)

Aus den tiefen Dunkeln des Thüringer Waldes stammt die älteste Newcomer Band des deutschen Punkrocks. Das Durchschnittsalter der Band geht nämlich straff an den 40 Jahren vorbei, was ja aber kein Abstrich sein soll, denn auch im Alter braucht man ein Hobby. Und wenn daraus dann so ‘ne Scheibe resultiert, kann das nur positiv gewertet werden!

Das musikalische Oeuvre bietet jedenfalls etwas für alle alternativ denkenden Menschen, die handgemachte Rock-Musik mögen. Wie schon auf dem absolut unsäglichen Cover zu lesen ist, bekommt man hier sowohl Deutschpunk als auch Politrock, Indiekram und obendrein noch etwas Blues-Rock in einem abwechslungsreichen Holunderstrauß präsentiert. Soll heißen, dass man sich in keine Schublade pressen lässt. Neben flottem und unbeholfenem Deutschpunk auf manchmal recht pubertärem Niveau bekommt man auch absolut ernst zu nehmende, politische Themen serviert. Und diese Mischung kommt auf dem Album recht gut rüber. Denn auch wenn man vor textlichen Peinlichkeiten in den Party-Songs nicht zurückschreckt, bringt man die politischen Themen absolut ernstzunehmend und wortgewandt rüber. Die Stimme von Sänger Klausi erinnert dazu ungemein an RIO REISER. Vielleicht gefallen mir die politischen und kritischen Songs auch deshalb weitaus besser. Trotzdem haben die manchmal etwas holprigen Pogo-Party-Lieder ihren eigenen Charme und laden zum gediegenen Festtags-Besäufnis ein. Denn auf die Ehrlichkeit kommt es an und das hört man bei jedem Lied heraus. So würden sich wohl die SCHERBEN anhören, hätten sie Punkrock gespielt!

Hier sind Menschen am Werke, die einfach Spaß an der Musik und auch einiges an Lebensweisheiten zu transportieren haben – und nebenbei auch gern noch mal Kind sind. Einfach schön dass hier auf moderne Konventionen und so manche Unzulänglichkeit einfach geschissen wird. Und das hört man der CD einfach an. So sollte Punk doch sein, oder?! Mirko

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