EXILENT – BORN TO STRUGGLE

EXILENT – BORN TO STRUGGLE
(Hicktown Records / Antikörper Export)

Jetzt wo ich die Bilder im 16-seitigen Booklet zu der Pladde sehe, fällt’s mir wie Schuppen aus den noch verbliebenen Haaren. Als wir vor zwei Jahren zusammen mit den CAFESPIONEN in der Kopernikus zu Hannover aufgespielt hatten, war da ‘ne HC-Punk-Band als erstes dran, die die Bude echt gerockt hat und wo ich mir den Namen von der leider nicht merken konnte. Nun bin ich aber schlauer – und das nur dank der famosen Beilage. Denn das war EXILENT, die damals gerade ein Demo-Tape mit sechs Songs aufgenommen hatten. Jetzt hat die Band ihre erste LP veröffentlicht und die knallt ganz schön rein.

Gleich von beginn an geht’s zur Sache mit ‘nem richtig harten Brett und brachialem Sound. Außerdem setzt man auf doppelten und gemischten Gesang. Naja, Gesang kann man nicht unbedingt sagen, denn es wird sowohl von Männlein als auch Weiblein gegröhlt, was das Zeug hält. Dabei passen die beiden Stimmen absolut gut zusammen und ergänzen sich noch besser. Zusätzlich hat man, ich nenne es jetzt mal die ‘Vocals’,  relativ stark verzerrt. Natürlich versteht man bei dem Geschrei kein Wort, so dass es gut ist, dass die Texte, die Gift und Galle versprühen, im Booklet nachzulesen sind. Denn da steckt schon einiges an direkter Aussage drin und die dazugehörige Mucke kloppt das erst richtig in den Kopf. Dass Geknüppel hält sich dabei in Grenzen, so dass man immer noch von Hardcore sprechen kann und nicht den Begriff Crust bemühen muss. Und das in bester Hannoveraner Tradition. Angefangen von BOSKOPS über RECHARGE bis hin zu AUDIO KOLLAPS.  Trotzdem fehlt mir etwas die Abwechslung, so dass die Scheibe gegen Ende etwas der Eintönigkeit entgegen strebt. Aber die Energie die hier rüber kommt macht dies fast wieder wett.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich damals gar nicht wusste, dass unser Mitschreiber Tammo hier mit am Gesang dabei ist… aber jetzt erinnere ich mich doch so langsam wieder. Denn wir hatten uns noch nett unterhalten. Also nix für ungut, Tammo. Ein Hoch dem Pfeffi, der vielleicht doch den Punk – zumindest aber mein Erinnerungsvermögen – kaputt macht! Die 14 Songs blasen jedenfalls einiges weg und der schmutzige Sound lässt wirklich alles beben. Krasse, wilde HC-Scheibe, die sich bestens zum abreagieren eignet. Mirko

www.exilent.bandcamp.com