TODESKOMMANDO ATOMSTURM – ZEIT ZU PÖBELN

TODESKOMMANDO ATOMSTURM – ZEIT ZU PÖBELN
(Twisted Chrods)

Ich hab die Demo CD der Münchener Punkrocktruppe noch gut im Hinterkopf, aber da ich über die letzten Jahre kaum was von der Band mitgeschnitten habe, hat mich das Album jetzt schon etwas überrascht, denn es kam quasi aus dem Nichts. Und soviel schon mal vorweg – es ist gekommen um (im Kopf) zu bleiben. Wie sie´s machen weiß ich nicht, denn TODESKOMMANDO ATOMSTURM klingen nicht übermelodiös, deshalb läuft es wohl über die unterschwellige Schiene.

Es ist also Zeit zu Pöbeln, doch die fünf Münchener werfen nicht mit der altbekannten Scheiße und nennen diese nicht beim selben Namen. Der Promotext zitiert den Satz “Texte für Studenten, Mucke für die Straßenkids“, aber natürlich hören auch Studenten solche Mucke und auch die Straßenkids verstehen die Texte. Das Spielfeld ist also größer, aber das Spielsystem liegt schon abseits des klassischen Deutschpunks und geht in Richtung KARATE DISCO oder KAPUT KRAUTS. Einen sehr prägnanten Akzent setzt die rotzige Stimme von Sängerin Lea, die hin und wieder auch mal im Wechsel mit ihren männlichen Kollegen erklingt. Obwohl TODESKOMMANDO ATOMSTURM nicht erst seit gestern Musik machen, würd´ ich sagen, dass hier steht für die neue Generation (oder die Weiterentwicklung) von Deutschpunk, äh, nein, von Punkrock mit deutschen Texten.

Pöbeln auf hohem Niveau kann so schön und interessant sein! 14 Lieder, mitunter von Zynikern für Zyniker, ganz ohne Dosenpfand und Einbahnstraßen, mit Wortspielen und Wortwitz, aber auch mit Wut und Entschlossenheit. “Pfosten-Nachschuss-Aussennetz“, mit diesem Titel endet das Debüt der Band, wenn auch nicht ganz passend, denn statt Außennetz ist fast jeder Schuss ein Treffer. Steff

www.todeskommando.de