STRAFTAT – BLACKOUT

STRAFTAT – BLACKOUT
(Eigenproduktion)

Bei „Blackout“ handelt es sich um die Debüt-CD einer weiteren jungen Deutschpunkband. Die Scheibe wurde komplett in Eigenregie produziert und veröffentlicht und punktet damit selbstverständlich (genauso wie mit dem Simpsons-Intro). Der Ruf des Deutschpunk ist mittlerweile allerdings schwer angekratzt. Und ob STRAFTAT zur Besserung beitragen können, wage ich nach dem Konsum dieser CD zu bezweifeln.

An der Mucke liegt dies aber ganz bestimmt nicht, denn hier sind die Herren auf einem guten Weg. Vor allem Gitarre und Schlagzeug lassen erkennen, dass man sich schon länger mit seinen Instrumenten beschäftigt. Musikalisch hat man auch ein paar gute Ideen und kann mit Abwechslung aufwarten. Da wird auch mal ‘n Ska-Part eingebaut oder mit hochfrequenten Saitentönen und Doublebass am Metal gekratzt. Auch wenn die meisten Songs im Midtempo-Bereich liegen, wird’s mal schneller, aber auch immer wieder getragener. Mit „Rechte Propaganda“ und „Terroristen“ hat die Band sogar zwei kleine Hits fabriziert. Kommen wir nun aber zum deutlich hörbaren Manko der Scheibe: Die Texte. Die richtige Mischung zwischen persönlichem und gesellschaftskritisch-politischem ist zwar gegeben. Aber nicht nur, dass man das inhaltlich alles schon kennt, nein, die Texte sind so klischeebeladen (fast alles), konstruiert (das meiste), oder pubertär (‘Mörderkatze’, ‘Punkrockgirl’) dass es fast peinlich ist. Die beiden oben genannten Hits stechen da glücklicher Weise positiv heraus. Der Totalausfall soll dann auch noch erwähnt werden. Nämlich die Ballade „Oh Mary“. Denn hier ist der einstimmige Chorgesang so schief, dass man besser nix geraucht hätte, bevor man das einsingt. Das tut richtig weh im Ohr.

Wie schon gesagt, das Songwriting ist absolut OK, die Mucke lässt sich hören und läuft mir gut rein – auch das dezente Gitarrengeklimper inklusive einiger Soli. Auch der Sound ist echt gut geworden, was man nicht verschweigen sollte. Aber an den Texten muss man wirklich ‘arbeiten’ um sich nicht schämen zu müssen. Da fehlt einfach das ‘aus dem Bauch raus’-Gefühl und vor allem die Originalität. Zumindest darf Aufnahmeleiter Michel (UGK, WILDE ZEITEN, KELLERGEISTER) seine Stimme auch mal erklingen lassen. Mirko

www.myspace.com/straftatpunk