DOLF – CULTURAMA

DOLF – CULTURAMA
(Eigenproduktion)

Bereits ihren zweiten Longplayer legen uns DOLF – was’n Bandname – aus Neu-Isenburg vor. Geschmückt wird der Silberling von einem Cover im Retro-Trash-Stil, welches das Digi-Pack ziert. Angekündigt wird von der Band selbst ‘Punk-Pop-Rock-Power’. Auch die lange Liste namhafter Bands, die als Vorbilder genannt werden, bestätigt diese Erwartung, die schließlich auch – oh Wunder – erfüllt wird.

Dummer Weise finde ich das Booklet mit den Texten nicht mehr! Is aber gar nicht wichtig, denn die fast ausschließlich englischen Texte versteht man auch so ganz gut. Inhaltlich gibt’s manchmal etwas Gesellschaftskritik und politisch angehauchtes, aber auch persönlich- und nachdenkliches. Bis auf die beiden letzten Songs ist bei mir dabei allerdings nicht viel hängen geblieben. Nicht dass die Texte jetzt Scheiße geschrieben wären, denn das lyrische Niveau, welches dieses Subgenre voraussetzt, wird locker erreicht. Aber die Themen & Aussagen sind eben immer wieder dieselben wie bei zig anderen Vertretern aus diesem Bereich. Dazu noch, trotz dem ein oder anderen ‘fuck’, etwas brav, so dass ich da doch besser drüber weg höre. Aber genug der Kritik, denn ansonsten können mich DOLF durchaus überzeugen. Auch wenn das Melodiöse vorherrscht, besitzt der Gesang, der auch des öfteren Unterstützung erfährt, den nötigen rauen Unterton, ohne in wildes Gegröle auszuarten. Selbiges gilt übrigens auch für die Musik, die gut nach vorn abgeht und bei Leibe nicht gelackt ist. Und Abwechslung gibt’s auch genug – sowohl was Tempo, als auch Härte angeht. Dabei erweisen sich die Hessen als kompetent an ihren Instrumenten. Auch die bodenständige Produktion kann sich absolut hören lassen.

Eigentlich eine prima Platte, die DOLF hier an den Start bringt. Die Spielzeit ist mit 24 Minuten vielleicht etwas kurz und die Texte zu austauschbar – hab das Booklet auch wieder gefunden!! – aber musikalisch fährt man eine gute Schiene auf wahrlich ausgetretenen Pfaden. Daher das ‘eigentlich’, welches die Scheibe aber immer noch im gehoben Mittelfeld belässt. Denn die Songs bieten schon einiges an Energie, Tempo, Melodie und Abwechslung.  Mirko

www.facebook.com/dolfpunk

PS: Und weil ich’s irgendwann mal jemandem versprochen hab, werde ich auch hier anmerken, dass man ab und an den deutschen Akzent raus hört.