DISCO // OSLO – S/T

DISCO // OSLO – S/T
(Kidnap Music / Antikörper Export)

Dass Demo der Oldenburger hatte Anfang 2010 bereits für reichlich Furore und gute Kritiken gesorgt. Die Neugier auf ein angekündigtes Full-Length Album war durchaus vorhanden und stieg mit der Zeit, allerdings zogen sich die Aufnahmen durch längere Auslandsaufenthalte einzelner Bandmitglieder ein sattes Jahr in die Länge, aber nun ist alles im Kasten – aufgenommen, abgemischt, veröffentlicht und bereit den Herbst schon im Sommer einzuläuten.

DISCO//OSLO, dass ist Punkrock – sogar ein bisschen emotionaler Punkrock – der in seiner Darbietung im ersten Moment rau, persönlich und auch mal höchst melancholisch um die Ecke kommt, das im nächsten Moment immer noch ist und auch bleibt. Die Gefühle werden über gute Melodien sicher und direkt transportiert und in die Texte von Mensch zu Mensch, von Mensch über Mensch, unterstreichen diesen Transport noch mal in aller Deutlichkeit – Scheißegal ob Du das in Hong Kong oder in Madrid hörst, scheißegal ob Du “Kaputt & Abgefuckt“ bist oder “Kein Plan“ hast. Man kann sich oder erlebte Situationen in den Texten sogar selber suchen und vielleicht auch finden, aber wer suchet, der findet sowieso – auch musikalische Gemeinsamkeiten. Und wenn ich jetzt sage, dass ich an ältere Songs von PASCOW erinnert werde, dann muss ich diesen Vergleich noch nicht mal an den Haaren herbeiziehen. Wohlgemerkt, ich rede lediglich von einem Vergleich zur Orientierung, nicht von einer Kopie, denn dazu drücken D//O hier viel zu fest mit ihrer eigenen Handschrift auf und die ist mehr als deutlich.

Nun muss ich dazu sagen, dass ich die Entstehung dieses Albums von Anfang an mitbekommen habe, immer mal wieder Aufnahmen zu Ohren bekam die Entwicklung Schritt für Schritt verfolgen konnte. Deshalb also Cliquenwirtschaft? Ist nicht nötig! Und wenn doch, dann drauf geschissen!!! Denn das Teil würde auch ohne diesen Umstand Applaus von mir bekommen. Als Anspieltipps könnte ich jeden Song empfehlen, wäre ich aber gezwungen den absoluten Hit zu benennen, so würde meine Wahl auf “Never Say Goodbye“ fallen. Die Platte erscheint übrigens auch auf dem englischen und französischen Markt. Aus diesem Grund wurde sich die Mühe gemacht, die deutschen Texte zusätzlich noch in diese beiden Sprachen zu übersetzen. Hat sogar ein wenig was von einem Fremdsprachenkurs, aber die Platte hört ja keine/r um französisch zu pauken, sondern um gemeinsam mit DISCO//OSLO auf eine musikalische Reise zu gehen, die fesselt und in Erinnerung bleibt. Ohne Scheiß – das Ding hat Ausstrahlung! Steff

www.discooslo.com