BEATPOETEN – MAN MÜSSTE KLAVIER SPIELEN KÖNNEN

BEATPOETEN – MAN MÜSSTE KLAVIER SPIELEN KÖNNEN
(Twisted Chrods)

Elektronische Musik und ich… die allerbesten Freunde sind wir ja nicht gerade, was u.a. auch daran liegt, dass bei uns im örtlichen AJZ (also den Besucherzahlen nach zu urteilen) die Elektromucke langsam den Punkrock frisst und da hat man doch wohl allen Grund mal etwas nachtragend zu sein ;- ) Zumal ich mich bei dem Instrumentalkrach, zu dem hier alle abzappeln, immer frage, wo die politische Message bei nicht vorhandenem Text ist? Wenn schon elektronische Musik, dann doch bitte nicht nur für die Beine, sondern auch für den Kopf, oder? Danke für die Zustimmung!

Und hier kommen jetzt DIE BEATPOETEN Egge und Carlos ins Spiel, die das Kopfkino der ganzen Elektrojunkies, Raver und Hip Hopper mit Textzeilen die alles andere als alltäglich sind, aber mal richtig zum laufen bringen. Der Name ist selbstverständlich Programm – krasse Beats und die darauf gesprochenen Zeilen sind sogar wirklich etwas poetisch. Der politische Anspruch dringt deutlich durch und wird überwiegend witzig und zynisch verpackt. Mit- und (zustimmerisch) abnicken liegen dicht beieinander und durch die Art, wie die Zwei-Mann-Kapelle die Themen umschreibt oder auf den Punkt bringt, kann sogar eine (natürlich unpeinliche) Schmunzelgarantie gegeben werden.

Das die Wurzeln des Duos im Punk zu finden sind, könnte man meiner Meinung nach dennoch ruhig öfter und deutlicher heraushören. Aber das denk ich mir bei dem neueren Zeug von den GOLDENEN ZITRONEN auch immer, die als Vergleich, wie z.B. auch Bands wie FRITTENBUDE o.ä., nicht von weit hergeholt werden müssen. Aber auch wenn man Elektro, Experimentelles oder Artverwandtes nicht zu den persönlichen Favorites zählt, so verhält es sich bei den BEATPOETEN trotzdem so, dass man mit den erzählten Geschichten gut unterhalten wird. Somit das Fazit, das ich die Texte echt gelungen finde, die Musik aber höchstens zwischendurch mal aufgelegen werde. Steff

www.beatpoeten.wordpress.com