MXPX – PLANS WITH PLANS
(Flix Records)
Ich meine mich erinnern zu können, das MxPx (Magnified Plaid) zum Zeitpunkt ihres ersten Albums gerade Mal 15-16 Jahre alt gewesen sein müssten. Genau kann ich mich da nicht festlegen, aber sie waren auf alle Fälle blutjung und Sänger/Bassist Mike auch in jungen Jahren schon beachtlich zutätowiert. Dass das Trio mit ihren Instrumenten umzugehen weiß, war zu Anfangszeiten bereits vernehmbar, und auch wenn Richtung und Grundgerüst der Songs über die Jahre nicht wesentlich verändert wurden, so wurde doch im Gesamten verfeinert und perfektioniert.
Auch die Phase, in der Teeangerprobleme leichte Oberhand bei den Lyrics hatten, liegt weit hinter den Jungs, damit verbunden ebenfalls der ungestüme Sound der Anfangszeit, den man in der Vergangenheit oft schmerzlich vermisst hat. Vielleicht hat die Band diesen selber auch ein wenig vermisst, denn “Plans with plans“ besitzt die Spielfreude der älteren Scheiben, allerdings gepaart mit dem musikalischen Können und den Ideen, die über die Jahre gewachsen sind. Das Gaspedal wird dabei erfreulich oft durchgetreten, die eingängigen Melodien dadurch noch mal kräftig angeschoben. Und sogar die ruhigen Nummern oder die, bei neben Gitarre und Bass auf andere elektronische Hilfsmittel zurückgegriffen wird, wirken keinesfalls kitschig, sondern richtig erwachsen.
Es gab sicher mal Zeiten, da konnte man MxPx bequem in die Sparte mit den üblichen Fat Wreck-Verdächtigen stecken, aber mittlerweile und vor allem hiermit, haben sie sich weit entfernt von der gängigen Pop-Melodic-Punk Eintönigkeit. Heute darf´s auch gerne etwas mehr sein und ohne zwingend Vergleiche anstellen zu müssen, findet man in diesem “mehr“ auch viele Zutaten, die z.B. bei BAD RELIGION, MILLENCOLIN und sogar bei SOCIAL DISTORTION Verwendung finden. MxPx sind richtig gut drauf, zeigen sich in Höchstform und schleudern musikalisch das beste Album seit “Slowly going the way of the Buffalo“ raus. Steff







Der wichtigeste Satz des Reviews ist doch, dass es sich um >>das beste Album seit “Slowly going the way of the Buffalo“<< handelt!!!
Wirklich erfreulich. Die Scheibe muss ich mir zulegen!
Also ich hätte noch keine Religion erlebt, die nicht vollkommen punkunkompatible Regeln mit sich gebracht hätte. Naja, ist wohl deine Sache…
Hey Rolli! Das hat zwei Gründe. Erstens liegt es daran, dass ich mit dem Glauben der Jungs sympathisiere, wenn auch vielleicht auf eine andere Art und Weise, und zweitens weil MxPx keine christliche Band sind, sondern Christen die Musik machen, ihren Glauben aber nicht in ihren Texten verarbeiten.
Natürlich betrachte ich das Thema “Religion“ trotzdem kritisch, was ich aber nicht ausschließlich auf “die Religion“ an sich, sondern vielmehr auf das was Menschen daraus machen, bzw. zu welchen Zwecken sie diese missbrauchen beziehe.
Ob und was jetzt von einem Punk-Zine erwartet wird, diese Frage können gerne andere beantworten, denn ich bin ja nicht dieses Punk-Zine, sondern nur ein Teil davon. Wäre die CD beim wem anders zum Besprechen gelandet, wäre das Thema vielleicht negativ hervorgehoben worden, wer weiß.
Für Menschen mit einem persönlichen Glauben (sei er im Judentum, im Hinduismus, im Islam, im Buddhismus, im Christentum oder sonst wo verankert), die sich in dieser Szene bewegen ein Punkverbot auszusprechen, war hoffentlich ironisch gemeint, denn wo soll das enden, wenn wir irgendwelche Gesetze innerhalb der Szene aufstellen, wer wie zu sein hat und wer nicht. Wenn wir da angelangt sind, dann wären wir auch nicht mehr weit entfernt von Leuten, die der türkischen Mutti ihr Kopftuch verbieten wollen. Vielleicht etwas überspitzt dargestellt, aber von der Sache her ähnlich.
Ich hab jetzt auch keine Lust eine Diskussion vom Zaun zu brechen, die uns beide sinnlose Zeit vorm Rechner kostet und bei der wir wahrscheinlich sowieso nicht auf einen Nenner kommen würden (wobei es mir die Zeit wert wäre, wenn ich wüsste das es anders wäre). Leben und leben lassen, dass ist eines meiner Lieblingszitate. Ich hab Bock auf eine bunte, vielfältige Szene. Wie niemand aufgrund seiner Hautfarbe, Herkunft oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert und ausgeschlossen werden sollte, so sollte auch niemand aufgrund seiner Religion oder seines Glaubens diskriminiert und ausgeschlossen werden. Und schon gar nicht in einer “linken“ Punkszene. (Höchstens bei den Bürgerlichen, um den Begriff noch mal zu verwenden ;- ) Ich denke, damit sollten wir doch auf einen Nenner kommen.
Steff, ich gönne dir den Spaß, wenn du dir demnächst auf dem MxPx-Konzert “schön gepflegt” und vor allem bürgerlich (Puh, können wir das jetzt mal lassen?) “einen hinter die Binde kippst”, aber könntest du mir mal bitte folgende Frage beantworten: Wie ist es möglich, dass in einem MxPx-Review über 3 Absätze und rund 300 Wörter kein einziges Mal kritisch der Umstand erwähnt wird, dass es sich hier um eine christliche Band handelt? Klar, Schubladen hin oder her (Diese Schubladensache wird allmählich zum Totschlagargument…), aber wird in diesem Fall nicht erwartet, dass sich ein Punk-Fanzine (Die nächste Schublade.) kritisch mit Religion auseinandersetzt?
Der Rezensent besucht demnächst ein MxPx Konzert, um sich mit den Jungs gepflegt einen hinter die Binde zu kippen, damit er sich nicht mit der Frage auseinandersetzen muss, ob der Schrei nach Verboten nicht auch in die Schublade des Bürgertums einzuordnen ist.
Naja, Crüstie, du hast zwar hundertprozentig recht mit dem was du schreibst, allerdings entkräftet das ja Flos Kritik nicht. Vielmehr versuchst du hier offensichtlich (und hoffentlich unbeabsichtigt) eine Lanze für das Bürgertum zu brechen.
Flos Forderung nach einem Punkverbot für Christenspinner kann ich nur zustimmen. Zumindest als symbolische Geste sollte Uglypunk in Zukunft darauf verzichten, entsprechende Bands zu featuren. Ein Diskussion wäre hier wirklich mal angebracht; vieleicht kommt hiermit der Stein endlich ins Rollen. Was sagt eigentlich der Rezensent dazu?
Kann man sich sicher drüber aufregen, keine Frage, aber wer Punkverbot wegen einer symbolischen Handlung fordert, mit der ein Bürgermeister seine Freude über den Bekanntheitsgrad einer Band aus seiner Stadt zum Ausdruck bringen wollte, der müsste seine Verbotsschilder erstmal woanders aufstellen. Ist es nicht viel schlimmer wenn Ami- oder England Bands immer noch unter ihrer Nationalflagge spielen oder diese auf deren Konzerten geschwenkt wird? Oder ist es nicht schlimmer wenn nationale Punkbands immer noch Loblieder auf ihre Städte und Regionen loslassen? Gegen so was ist ein kurzes Shakehands mit dem Bürgermeister, sofern dieser aus einer korrekten Partei kommt, das kleine Übel.
Und Bürgertum hin oder her… du willst mir doch sicherlich nicht erzählen, dass Punkrock und Bürgertum keine innige Beziehung miteinander hätten.
Diesen religiösen Spinnern sollte endlich Punkverbot erteilt werden. Den Schlüssel zur Stadt vom Bürgermeister zu bekommen ist ja wohl der Gipfel des Bürgertums! Pfui!
Geile Band, geiles Album, auf nach Köln am 11.April!
großte Band des Welt!