ANTI-FLAG – THE GENERAL STRIKE

ANTI-FLAG – THE GENERAL STRIKE
(Side One Dummy Records)

Mit jedem neuen Album steigen die Ansprüche. Die Ansprüche der Band, nach sich selbst zu klingen ohne sich zu wiederholen und die Ansprüche der Zuhörer, die dasselbe wollen. Nicht immer leicht den Weg auszubauen und dabei ständig noch einen drauf zu setzen.

Das 8te Studioalbum der Polit-Punk-Band aus Pennsylvania beginnt mit einem harten, kurzen Punksmaher, bevor schnell wieder zur musikalischen ANTI-FLAG Tagesordnung übergegangen wird und gewohnte Songwriting-Wege beschritten werden. Diese wurden selbstverständlich wieder eingängig gestaltet und protzen mit Singalongs und den vor mir geliebten und sich stets bewährten Ohohoh´s. Mit einem Bein bewegen sich die 4 Musiker auch gerne mal dicht am Alternative Bereich, betreten diesen aber nicht, sondern lassen stattdessen Einflüsse durchblicken, die sich deutlicher als je zuvor der beliebten Inspirationsquelle THE CLASH zuordnen lassen. Für die Texte bietet das politische Weltgeschehen genügend Stoff und auch wenn die Laufzeit der Songs oftmals zu kurz für eine ausgiebige Verarbeitung des jeweiligen Themas ist, schafft es die Band trotz Anschneidung doch, den Problematiken genügend Ausdruck zu verleihen oder sie auf den Punkt zu bringen.

Aus dem Blickwinkel betrachtet, dass es in der internationalen Musikwelt viel zu viele Musiker gibt, die keine Meinung und nichts zu sagen haben, freue ich mich natürlich über Bands wie ANTI-FLAG, die trotz ihrer Erfolge nicht ruhiger oder angepasster geworden sind und dazu auf mich immer noch authentisch wirken. 3 Stücke von “The General Strike“ sind in meinen Ohren richtige Hits und die tragen die Titel “1915“, “Broken Bones“ und “The Ghosts of Alexandria“. Der Rest ist zwar nicht aus schlechterer Feder, bestätigt zugleich aber auch, dass es nicht einfach ist, sich neu zu erfinden. Steff

www.anti-flag.com