ANARCHO NOAH – REVOLUTION

ANARCHO NOAH – REVOLUTION
(Eigenproduktion)

Reutte, eine Tiroler Kleinstadt direkt hinter dem Grenztunnel. Fährste in Füssen rein, kommste in Reutte raus. Damals, als ich noch häufiger im Süden unterwegs war, beliebtes Ziel um gutes Bier ohne Dosenpfand zu kaufen, denn so was wie Dosenpfand gibt’s in Österreich nicht. Aber die Sache mit dem Dosenpfand steht auf einem ganz anderen Zettel und fiel mir nur gerade ein, als ich die Homebase der Jungs auf dem Promozettel erblickte.

Bier oder sonstige alkoholische Getränke spielen aber in den Texten der österreichischen Band mit dem geilen Namen keine Rolle, sondern die linkspolitische Denke hat hier die Oberhand, prangert Missstände an, sehnt sich nach mehr Menschlichkeit, regt zum Nachdenken an und zeigt zugleich die Lösung auf, die da heißt “Arsch hochkriegen und kämpfen“. Fernab der oft stumpfen “Saufen, Ficken, Mucke hör´n“ Lebensweise, die leider einige Kasperköppe von der Bühne predigen und damit den Nachwuchs infizieren, gibt sich das österreichische Quartett nicht mit einer “Scheißegal-Einstellung“ zufrieden, sondern macht sich Gedanken, will sich einmischen und nach Verbesserungsvorschlägen suchen. Dass da auch mal zu plumpen Reimen gegriffen wird sei ihnen verziehen, denn die Band steht ja erst am Anfang und wenn man sich mal die Platten diverser alter Deutschpunkbands aus den Achtzigern anhört (ich hab gerade NORMAHL´s “Verarschung total“ vor Ohren) war das häufig ähnlich.

Deutschpunk aus den Achtzigern ist auch eine gute Überleitung zum Sound, den man locker in dieses Jahrzehnt einordnen kann. Ruppig, angepisst, dreckig und gerne mal mit angezogener Handbremse. Für den ersten Longplayer ist das ne´ anständige Leistung, die ANARCHO NOAH hier aus dem Stadlpunk hämmern. Wenn die Jungs am Ball bleiben, wird da sicher noch einiges kommen. Steff

www.myspace.com/anarchonoah