MALUM PERSICUM – DESJATJ LET

MALUM PERSICUM – DESJATJ LET
(Eigenproduktion)

Bei dem Bandnamen und dem Albumtitel wähnt man sich doch gleich in der Situation, mal wieder eine exotische Punkband vor sich zu haben. Dem ist bei weitem aber nicht so, denn die Band stammt aus dem eher beschaulichen Tübingen in der schwäbischen Provinz. Und der bedrohlich wirkende Bandname bedeutet, wie wir Lateiner wissen, nichts anderes als Pfirsich! Wer zusätzlich noch ein wenig russisch im Gepäck hat, wird anhand des Titels auch schnell herausfinden, dass man bereits auf eine 10 Jährige Bandgeschichte zurückblickt.

Die Musik, aber auch die Texte, die der Silberling bereitstellt, der mit seinem psychedelischen Booklet die Augen quält, ist da schon exotischer. So werden auch einige Texte in russischer Sprache, auf englisch oder in akzentuiertem Deutsch vorgetragen, was wohl von den vielen Osteuropa-Auftritten der Band herrührt. Musikalisch geht man noch weiter in die Extreme. Hier ist nichts einheitlich und jeder Song hat etwas anderes zu bieten. Hier geht es vom Metal über Hardcore und Punk bis zu folkloristischen Stücken aus aller Welt. Auch einen Ausflug in die Elektronik wagt man und gibt sich Lagerfeuerromantik mit Akustik-Gitarre hin. Erstaunlicher Weise beherrschen die drei Musiker die verschiedenen Stile ausgezeichnet und bieten originelle und abwechslungsreiche Kost mit vielen kranken Ideen. So kommen auch Blasinstrumente und andere akustische Ungewöhnlichkeiten zum Einsatz.

Mit diesem, ihrem bereits dritten Album, beweisen MALUM PERSICUM, dass sie an ihren Instrumenten fit sind, tolle Songs schreiben können und auch dem Humor, der in vielen Songs zum Ausdruck kommt, nicht abgeneigt sind. Hinzu kommen die sowohl russischen als auch (Süd-)amerikanischen Folklore Einflüsse. Für mich fügen sich die Beiträge zu einem gelungenen Mix-Tape zusammen, mit dem man eine kleine Reise durch eine kaputte Welt antreten kann. Ein in allen Belangen famoses Album! Mirko

www.myspace.com/malumper