KOLLATERALSCHADEN – STOEBERN

KOLLATERALSCHADEN – STOEBERN
(Karacho Platten)

Es gab mal eine Zeit, da haben Nix Gut Records -gefühlt jede Woche- eine neue Veröffentlichung raus gebracht. Man konnte in dieser Label-Hochphase aber -erstens- schwer folgen und -zweitens- ging dadurch manch gute Band unter und bekam nur wenig Beachtung. KOLLATERALSCHADEN standen damals, so mein Gefühl, ein wenig im Schatten der Veröffentlichungsflut und außerdem passten sie vom Stil auch nicht unbedingt auf ein typisches D-Punk Label. Aber egal, dass gehört alles der Vergangenheit an, denn ein neues, weiteres Kapitel wurde aufgeschlagen.

Nach 4 Jahren, in denen sich die Münchener Band nicht Hetzen lies, inklusive erfolgloser Labelsuche, wurde nach bewährtem DIY-Rezept gekocht und auf dem neu gegründeten, bandeigenen Label veröffentlicht. Schön umweltfreundlich in Papphülle, bei der Ober- und Unterseite zusammengenäht wurde. Mit Naht hab ich so was auch noch nicht gesehen, also höchst ungewöhnlich für meine Augen. KOLLATERALSCHADEN versuchen sich vom typischen Deutschpunk abzugrenzen, vermeiden es Klischees auszuschlachten, sprechen aber trotzdem keine unverständliche Sprache, und auch wenn es hier und da leichte Ansätze gibt, lassen sie nicht die Meister der Kryptologie raushängen.

In die Texte werden jede Menge Emotionen gelegt – TAGTRAUM trifft DÜSENJÄGER mit der Stimme von ANTIKÖRPER, soviel zur groben Orientierung. Ein Stil, der abseits des Punkrockmainstreams, auf den Juzi Bühnen der Republik, wesentlich besser funktionieren wird, als z.B. auf Festivals der Sorte Force Attack. Für Vinyljunkies gibt’s “Stoebern“ auch als 12“ und wer die 6 Lieder der vorangegangenen “Fliehkraft“ Scheibe mochte, kommt auch diesmal auf seine Kosten und kann sogar die doppelte Anzahl an Songs erwarten. Steff

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