KELLERGEISTER – WIR IN DIESEN TAGEN

KELLERGEISTER – WIR IN DIESEN TAGEN
(Impact Records)

Wer hätte gedacht, dass sich die Geister noch mal aus dem Keller wagen würden? Nicht viele, aber sie melden sich tatsächlich zurück in der großen, bunten Punkrockwelt. Früher immer etwas geheimnisvoll was die Besetzung anging, lag es an den gebildeten Deutschpunkhörern und Experten, die prägnanten und keineswegs unbekannten Stimmen herauszuhören und zuzuordnen. Heute gibt das Impact Promoschreiben für Unwissende Aufschluss darüber, wer sich so alles hinter den geheimnisvollen Geistern verbirgt. Im Schnelldurchlauf sind das u.a. Musiker aus den Bands WILDE ZEITEN und DAILY TERROR / DAILY TERRORISTEN und am Mikro vorwiegend Michel (WILDE ZEITEN) und Bandchefin K. Mogan, sowie Tommy (MOLOTOW SODA) nebst einigen weiteren.

Wer die KELLERGEISTER noch von früher kennt, dem dürfte bekannt sein, das mit ihrem Humor nicht jeder umgehen konnte, was dazu führte, das diese Band entweder geliebt oder gehasst wurde. Beides geht nun immer noch, aber es gibt auch ein dazwischen, denn die KELLERGEISTER sind ernster geworden, allerdings nicht, ohne ihren Humor komplett verloren zu haben, aber die Jahre der Abstinenz waren verbunden mit einer Reifephase, die neben Bierkonsum und Witzigkeit dafür sorgte, das dem Album mehr persönliche und nachdenkliche Noten verliehen wurden. So laufen mir neben „Rebellion“, die fast schon ein wenig von Schwermut getragenen Songs „Niemannsland“ oder „Vergrabene Illusionen“ am besten rein. Dadurch, dass Michel die meisten Gesangsparts übernommen hat, die Musik aber nicht so HOSEN-ähnlich ist wie bei WZ, fühlt man sich oft an das UNTERGANGSKOMMANDO erinnert. Für Hörbuchfreunde gibt’s kurz vor Ende noch zwei Kurzgeschichten, etwas überraschend, weil man eine Musik CD erwartet, aber o.k., wenn auch unpassend platziert. Als Outro wären die gesprochenen Zeilen besser gekommen, da hätte es auch nicht diesen Break zwischen dem 13.ten und  dem16.ten Song gegeben, aber was soll´s, gibt schlimmeres.

Ich habe das UNTERGANGSKOMMANDO bereits als Vergleich ins Rennen geschickt und wer diese oder artverwandte Bands mag, der wird gar nicht mal so schlecht bedient werden. Mir macht das Teil Spaß, obwohl es auch seine Tiefen hat, denn da wo es zu sehr an Fun-Punk grenzt, ist es nicht so sehr meins. Die ernsteren Songs gleichen das aber wieder aus und sind im Vorteil, so dass unterm Strich doch ein okayes Album steht, das nicht zum letzten Mal seine Runden in meiner Anlage drehten durfte. Spike

www.myspace.com/kellergeisterpunk