PHILIP NUßBAUM – NICHTS VON ALLEDEM IST WAHR…

PHILIP NUßBAUM – NICHTS VON ALLEDEM IST WAHR…
(PaperOne Edition)

„Anfang der 90er, eine mittlere Großstadt. Und in ihr einer von etwa zwanzig, paarundzwanzig Jahren. Mit lauter Musik, genug Bier, wöchentlichen Diskobesuchen und rollenspielenden Kindskopffreunden scheint der recht gut aufgestellt gegen das drohende Erwachsenwerden. Noch wirksamer ist der Dreh, sich auf einer Party zu verlieben.“ So ein Auszug des Klappentextes des ersten Buches von Philip Nußbaum, welches nun im Leipziger  Alternativ-Verlag PaperOne erschienen ist.

Zum Inhalt gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen, denn das was dort geschrieben steht, beschreibt eigentlich schon fast die komplette Handlung. Eigentlich war ich von PaperOne bisher sarkastisches, provokantes und subversives gewohnt, aber der erste Roman von Herrn Nußbaum ist doch mehr als nur gewöhnlich und eigentlich komplett inhaltslos. Alle Charaktere sind so oberflächlich gezeichnet, dass sie erstaunlich uninteressant sind. Gleiches gilt für die ‘Einsichten’ und ‘Lebensweisheiten’ des namenlosen Protagonisten. Bereits nach 50 Seiten fällt es daher schwer, sich zum Weiterlesen zu zwingen. Hinzu kommt nämlich, dass mich der Erzählstil von Philip Nußbaum irgendwie nicht mitreißen kann. So reiht sich ein belangloses Gespräch an die nächste belanglose Anekdote oder profane Selbsterkenntnis. Erst auf den letzten 15 Seiten (von insgesamt 178)  kommt Fahrt in die Geschichte und man fragt sich zum Ende sogar, wie es weiter gehen könnte – trotz  irrationalen, wunsch-träumerischen Aktionen der Hauptfigur. Aber da ist es leider schon zu spät, denn ich glaube die wenigsten werden sich bis dort hin durch quälen. Da hätte man lieber das Ende an den Anfang gestellt und den Gaul von hinten aufgezäumt! Aber ich will da ja keinem rein reden.

Leider muss ich sagen, dass ich von dieser Veröffentlichung ziemlich enttäuscht bin. PaperOne hat ja einiges an interessantem zu bieten, aber bei diesem Roman herrscht doch viel Langeweile vor. Auch wenn die Hauptfigur ein ‘Punk’ sein soll, ist es für den solchen, wie auch für den gewöhnlichen Leser, nicht besonders spannend, den profanen Ereignissen dieser Geschichte zu folgen, bei der man nicht weiß, ob es sich um eine Liebesgeschichte, eine Loserballade oder gar um die Verarbeitung eines Traumas des Autors handelt. Mirko

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