NO KLUC – PHOTONES OF DEATH

NO KLUC – PHOTONES OF DEATH
(48Records)

Zum 10-jährigen Bandjubilirium veröffentlichen die Strausberger von NO KLUC ihr erstes offizielles Album. Zwei DiY-Produktionen gingen diesem Werk allerdings voraus. Hinter dem minimalistischen Coverbild verbirgt sich dann auch ein Booklet, dass mich wegen der coolen Aufmachung und der Erkenntnis, dass hier auch ein Psychobilly-Kontrabass mit am Werke ist, auf einiges hoffen lässt.

Leider kann sich diese Hoffnung nicht so ganz erfüllen. Denn schon gleich der Titelsong zeigt, dass man zwar gute Ideen hatte, aber leider nicht im Stande ist, diese so Umzusetzen, dass man auch ein echtes Hörvergnügen erfährt. Das Schlagzeug stampft im ungelenken Ufta-ufta Rhythmus vor sich hin und auch der Gesang ist oftmals ziemlich überkandidelt und etwas daneben, wobei die Texte in übelst deutsch-akzentuiertem Englisch vorgetragen werden. Na ja, nicht alle, denn man singt auch des Öfteren in der deutschen Muttersprache. Die Gitarrenarbeit kann da mit ein paar netten Riffs und Melodien schon mehr überzeugen. Auch wenn sich das zu Beginn viel zu aufdringliche Schlagzeug mit der Zeit in den Hintergrund spielt, bleibt doch der Eindruck, dass man in 10 Jahren nicht unbedingt viel geübt hat, denn die musikalischen Fähigkeiten sind doch eher residiert. Auch aus dem slappenden Kontra-Bass hätte man einiges mehr herausholen können. Offensichtlich wird dies, wenn man sich an Bands wie z.B. DEAD KENNEDYS orientiert oder etwas Rock’n'Roll probiert und dabei kläglich scheitert. Nicht abzusprechen ist NO KLUC, dass sie mit Enthusiasmus und viel Freude zu Werke gehen, was das Album im Laufe der Zeit immer sympathischer macht. Aber leider bewegt man sich auch textlich auf eher gediegenem Niveau. Manchmal humoristischer Natur, was auch meist lustig ist, oft aber zu bemüht kritisch und ernsthaft und daher wenig originell.

Ich wünsche NO KLUC zwar alles Gute zum Zehnten, aber mit dieser Scheibe haben sie sich und mir nicht unbedingt einen Gefallen getan. Zu unausgegoren die Texte, zu unentschlossen im Stil, zu gewöhnlich der simple Sound, dazu noch holprig gespielt, und manches Mal auch leider unfreiwillig komisch. Etwas mehr müsste man nach 10 Jahren schon bieten können. Schade. Mirko

www.nokluc.de