HAGBARD CELINE / DIE VERWESENDEN ALTLASTEN – SPLIT

HAGBARD CELINE / DIE VERWESENDEN ALTLASTEN – SPLIT
(SN-Rex.)

Zwei Bands, die sich den Deutschpunk trotz seines oft schlechten Rufes dick und fett auf die Fahnen geschrieben haben, haben nach einigen gemeinsamen Auftritten den Plan gefasst, den Blutdruck der Deutschpunknörgler in schwindelerregende Höhen zu treiben. Allein ist eine Deutschpunkband schon stark, doch gemeinsam noch stärker.

Die Mosel-Piraten aus der Region Trier machen mit 4 neuen Stücken den Anfang. Das letzte Album (Am Ende die Guten) liegt gut zwei Jahre zurück und mittlerweile hat das Trio im schwäbischen Label SN-Rex. (nicht zu verwechseln mit den SN-Punx aus Schwerin) eine neue Heimat gefunden. Das sich HAGBARD CELINE nicht nur in den Weinbergen rumgetrieben und den stark säurehaltigen Wein namens Viez (eine Spezialität der Region, mit der nicht jeder Umgehen kann) vernichtet haben, sondern auch viel Zeit im Proberaum verbracht haben, kann man an dem Ergebnis feststellen. Die Songs gehen schnell ins Ohr und gelegentlich gibt’s auch zweistimmigen Gesang, der beweist, das HAGBARD CELINE nicht nur krächtzen können. Parallelen mit KNOCHENFABRIK wurden zwar schon oft gezogen, doch das ist nun mal der naheliegendste Vergleich, und den würde ich mittlerweile nicht nur stimmlich ziehen. Mit “Wann platzt Dirk Bach?“ ist den Jungs ein Track gelungen, der sogar das Zeug hat, meinen bisherigen HC-Lieblingssong “Im Nebel der Nacht“ abzulösen. Selbst ein paar Klaviertasten kommen zum Einsatz, auch wenn ich jetzt einfach mal unterstellen würde, dass es sich um keine Echten handelt.
DIE VERWESENDEN ALTLASTEN (kurz D.V.A.) bestehen, für alle die es immer noch nicht mitbekommen haben, aus der Trümmern von BLASENSCHWÄCHE und DREXSCHLEUDER, wobei sie musikalisch eher wie eine Fortführung von DREXSCHLEUDER klingen, da diese im Vergleich zu BLASENSCHWÄCHE die qualitativ besseren Aufnahmen hatten. Es freut mich jedenfalls, dass man den Humor den beide Bands (später auch T.B.C.) immer hatten, jetzt sogar in noch besserer Aufnahmequalität vernehmen kann. Und wenn die “Renitenten Rentner“ im “Satanic Hippie Kindergarten“ nach “Germanys next Vollidiot“ suchen und diesem kein Foto geben, weil er nicht “Randgruppenkompatibel“ ist, dann schmunzelt man sich doch gerne mit, weil D.V.A. einfach alles und jeden auf´s Korn nehmen. Selbst die Lieder von PASCOW, von denen am Ende noch zwei gecovert und mit neuem Text versehen wurden. “Trampen nach Norden“ schießt dabei den Vogel ab, denn daraus wird “Tramper ermorden“ (…dann auf´s Gas und dann weg).

Da haben uns beide Bands aber wirklich ne´ schöne Platte (selbstverständlich mit beigefügter CD) vor die Türe geschissen. Musikalisch sind HAGBARD CELINE und D.V.A. nicht unbedingt miteinander vergleichbar, aber textlich mit einer ähnlichen Ironie, unpeinlichem Humor und versteckter Sozialkritik ausgestattet. Hier weht ein frischer Wind, der so Einiges locker an die Wand blasen könnte. Steff

www.myspace.com/hagbardcelinepunk
www.myspace.com/weltvernichtungsdeutschpunk