ALLTAGSDASEIN – TRASHGOURMET

ALLTAGSDASEIN – TRASHGOURMET
(Setalight)

ALLTAGSDASEIN, ich mag Eurer Promoanschreiben. Das wirkt informativ, ironisch, selbstsicher und auf den Punkt gebracht. Das sollte ich einfach 1:1 abtippen und dann wäre alles gesagt. Und 1:1 wäre sicher auch ein gutes Ergebnis, besser als diese 0:3 Klatsche gegen Berlin. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn die Atemlosigkeit öfter mal zum Hörer greift. Panik is calling, hallo Schatz, gehst du mal ran?

Die Band aus der Stadt, ich zitiere, “wo jetzt jeder herkommt“ (natürlich Berlin), ist mir noch ganz gut von dem Vorgängerwerk “Ein neuer Wind“ in Erinnerung, nur kann ich mich gar nicht mehr erinnern, dass sie sich so angehört hat. ALLTAGSDASEIN sehen jung aus, klingen aber sehr erwachsen, etwas “Klischee“ versteckt sich höchstens hinter “Führer, Kirche, Staat“ und “Du bist Deutschland“. Die Songs vermitteln gelegentlich einen verstrickten Eindruck, wirken dabei aber keineswegs undurchdacht. An plötzliches Abbremsen, um vom Singen zum Erzählen über zu gehen, muss man sich gewöhnen. Das Deutsch-Punk-Siegel braucht man hier nicht draufkleben, aber Punk isses natürlich trotzdem. Poppiger, ironischer, ja teilweise sogar ein wenig poetischer Punk, der gerne mal in Kryptologie getränkt wird.

Man kann es ein wenig mit einem Lukas Hilbert (ROH) vergleichen, nachdem er einen Duden durchgelesen hat, aber noch viel mehr mit Bands der Sorte MUFF POTTER oder der aktuellen Scheibe der KAFKAS. Den Sprechgesang (ist es eigentlich noch Gesang, wenn man spricht?) hätte man etwas reduzieren dürfen, damit trägt man ziemlich dick auf, auch wenn es den Widererkennungswert sicherlich vergrößert. Die Songs haben bis auf wenige Ausnahmen aber ein gewisses, nicht zu leugnendes Etwas und wer die zum Vergleich herangezogenen Bands mag, der sollte für eine Hörprobe offen sein. Steff

www.alltagsdasein.com