DAN DRYERS – BAR FIGHTS AND DRUNKEN NIGHTS

DAN DRYERS – BAR FIGHTS AND DRUNKEN NIGHTS
(Paranoia Productions)

DAN DRYERS aus Solingen kann man gewiss nicht absprechen, dass sie enorm umtriebig und produktiv sind. Hauptberuflich sind die sechs Bandmitglieder allesamt in der Extrem-Sport-Szene zu Hause. Ob nun als Motocross-, Mountainbike-, oder Skateboardfahrer. Nebenbei haben die Jungs dann noch diese Band aus dem Boden gestampft. So hat man erst im Jahr 2009 die Debüt-CD veröffentlicht und im letzten Jahr bereits eine EP nachgeschoben. Nun kommt, wieder nur ein Jahr später, der zweite Longplayer der Rock’n'Roll-Punkband auf den Markt.

Das Cover, das die Band als verprügelte ‘Village People’ zeigt, ist schon mal genial und der plakative Titel lässt auf abgefuckten Street-Rock hoffen. Und diese Hoffnung wird auch erfüllt. Der dreckige Rock’n'Roll mit seinem gewissen Punk-Einschlag, ganz im Stile von SOCIAL DISTORTION, TURBONEGRO und ein bisschen ROSE TATTOO, lädt hier nicht nur den unausgelasteten ADS-Patienten auf eine Therapiesitzung ein. Die stampfenden Songs sind im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt und im Gegensatz zum Debüt nicht mehr ganz so chaotisch. Man scheut sich auch nicht, mal etwas emotionaler zu werden. Beim herbstlichen Spaziergang mit der Töle konnte mich dadurch der ein oder andere Song mittels mp3-Player richtig vereinnahmen und schwelgen lassen. Nichts desto trotz geht es bei DAN DRYERS eher wild zu. Textlich hat man auf dem Debüt das Niveau recht weit unten angesiedelt, so dass auch hier eine Steigerung zum Vorgänger mühelos erreicht werden konnte. Klar, man wird immer noch nicht mit Intellektualität konfrontiert, sondern mit  Rock’n'Roll-Attitüden überhäuft, allerdings nicht mehr auf peinlichem, fäkal-humoristischen Niveau. So findet man hier auch ein paar nachdenklichere Alltagsgeschichten.

Das Album ist eine klare Steigerung zu den vorherigen Veröffentlichungen und auch der Gesang ist diesmal im Takt. Für was man allerdings drei Gitarren braucht, ist mir weiterhin ein Rätsel. ‘Barfights and Drunken Nights’ ist jedenfalls ein gelungenes Rock’n'Roll Album und taugt absolut dazu, nach einem riskanten Downhill-Ritt, den anschließenden Abstecher in die Kneipe um die Ecke stilgerecht musikalisch zu untermalen. Mirko

www.myspace.com/dandryers