FREI SCHNAUZE! – HUNGER

FREI SCHNAUZE! – HUNGER
(SN-Punx)

FREI SCHNAUZE! waren schon vor ihrem ersten Album in aller Munde, immerhin hatten (oder haben) sie ordentlich Beef mit FREI.WILD und die Geschichte hat ja ziemlich hohe Wellen geschlagen. Aber darum soll es hier nicht gehen, denn ganz abgesehen davon, ziehen die Ost-Berliner ihr Ding durch, haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und ganz nebenbei ihr Debütalbum veröffentlicht.

Auffallend ist die Wut, die mit unheimlich viel Nachdruck in Text und Melodie gelegt wird. Enttäuscht von den Umständen, ziemlich frustriert und angepisst, aber dennoch stets kämpferisch, werden die Leviten mit Brutalo-Doppel-Vocals aus rauen Kehlen gelesen. Hunger haben die, die viel denken, deren Köpfe ständig am Arbeiten sind. Doch anstatt immer mehr zu fressen und zu schlucken, kotzt sich die Band lieber restlos aus. Stürmisch und unberechenbar präsentiert sich auch die Musik, die sich aus den verschiedenen Einflüssen der Musiker zusammensetzt. Von Hardcore und Punk, über Metal bis hin zu Ska, lassen die 6 Berliner Schnauzen fleißig den Mixer rotieren. Der Hardcorepunk hat allerdings das größte Übergewicht und setzt sich als die Musikrichtung durch, die meiner Meinung nach in Klammern hinter FREI SCHNAUZE! zu stehen hat.

Ein Auszug aus der Trackliste (Hunger nach Gewalt, Moralischer Krüppel, Der Faustschlag, Der innere Kampf, Schlachtruf der Idioten, Im Blute des Morgens) lässt keine Kapelle für Zartbesaitete vermuten und diese Vermutung wäre als richtig einzustufen. Der Zeigerfinger ist erhoben, aber mehr in einer drohenden als in einer belehrenden Haltung, und wechselt sich mit dem Mittelfinger ab, die Ader am Hals ist angeschwollen und pulsiert. So hört sich Wut an, wenn sie in Musik umgewandelt wird. Spike

www.frei-schnauze-band.de