DISOBEY – INTERNAL AFFAIRS

DISOBEY – INTERNAL AFFAIRS
(Horror Business Records)

Laut Bandinfo stammen DISOBEY aus der ‘Hauptstadt der Langeweile’ wobei ich spontan an Bielefeld oder Paderborn denken musste. Ich lag nahe dran, denn die Jungs stammen aus der Provinz am östlichen Rande des Ruhrgebietes, nämlich aus Lünen und Menden (was ja eigentlich zwei Städte(?) sind. Nichts desto Trotz schenkt man sich und uns zum zehnjährigen Bandjubiläum diese Platte – mittlerweile die dritte Scheibe der Band. Das Album erscheint gleich in mehrfacher Ausführung: als Vinyl incl. CD im Pappschuber sowie mit Download-Code und als stinknormale CD. Darauf enthalten sind acht Songs unter denen sich aber auch 2 Coverversionen von CEREMONY und JUDGE befinden.

Eine gewohnt heftige HC-Keule bekommt man von dem Quartett geboten. Meist geht es wild stampfend und in bester NYHC-Manier zur Sache. Manches Mal bolzt man aber auch richtig drauf los und begibt sich stellenweise fast in Crust-Gefilde. Allerdings sind die moshigen Parts doch leicht in der Überzahl. Die Produktion ist wirklich gut geworden. Ziemlich fett und trotzdem roh und die Tiefen wummern ganz schön nach. Die angepissten Texte, passen da ganz gut dazu. Ein Augenzwinkern ist hier immer mit dabei, was man vor allem bei dem einzigen deutschsprachigen Song ‘Wohlstandsdilemma’ merkt. Dieses Augenzwinkern der Texte kommt angesichts der Auf-die Fresse-Musik und heftigen Gegröle aber leider nur unzureichend zur Geltung, was aber kein Kritikpunk sein soll. Verstehen tut man ohne Textblatt eh nicht so viel.

Nach 16 Minuten ist das HC-Gewitter dann auch schon wieder vorüber, regt aber an, gleich nochmals auf die Play-Taste drücken zu wollen. Und mit den ach so kultigen Ami-HC-Bands kann man mit dieser Scheibe jedenfalls locker mithalten. Auch wenn man die Vinyl-Version schon nach 8 Minuten wenden muss, kann ich nur empfehlen, sich das hörenswerte Teil in der All-Inclusive-Version zuzulegen.  Mirko

http://disobey.jimdo.com